Kunden begeistern
(1909)
 (204)
 (235)
 (1038)
 (220)
 (212)
31909

Zahlungsmethoden im Einzelhandel - wie wir in Zukunft bezahlen

Manches klingt wie Science-Fiction, geht aber schon heute: Beim Bezahlen finden Forscher immer neue Wege. Händler sollten dabei vor allem einen Trend im Auge behalten

Wenn die Deutschen einkaufen, bezahlen sie am liebsten bar: Dem EHI Retail Institute zufolge war Bargeld im Jahr 2015 mit 52,4 Prozent die beliebteste Zahlungsmethode in Deutschland. Es folgen Girocard/EC-Cash, EC-Lastschrift, Kreditkarte und Rechnung. Noch in der Nische sind sonstige Bezahlsysteme, beispielsweise das Bezahlen mit dem Handy.
 

Häufigste Zahlungsmittel im Einzelhandel

 

Wo Menschen Mobile Payment nutzen

 

Am wichtigsten: Mobile Payment über NFC

Wer innovative Zahlungsmethoden im Einzelhandel anbieten möchte, sollte zunächst auf Mobile Payment setzen. Technisch ist das gar nicht so schwer. Der dominierende Standard im Mobile Payment ist die Near Field Communication (NFC). Die Bezahlung erfolgt dann entweder über NFC-fähige Smartphones oder über NFC-Sticker, die auf das Smartphone aufgeklebt sind. Im Telefon oder im Sticker sind die Kreditkarteninformationen des Kunden enthalten, sodass er sie für die Zahlung einsetzen kann. Das geht schon an vielen Orten in Deutschland: Experten zufolge gab es Anfang 2016 etwa 60.000 NFC-fähige Bezahlstellen. In den kommenden Jahren wird erwartet, dass diese Zahl stark steigt. Ein Treiber für diese Entwicklung ist auch die wachsende Bedeutung des kontaktlosen Zahlens per Kreditkarte, das ebenfalls über NFC abgewickelt wird. 

Dank NFC können nicht nur Smartphones, sondern beinahe jeder Gegenstand eine Bezahlfunktion bekommen. Der Kreditkartenanbieter Visa hat auf der Technologiemesse South by Southwest 2017 beispielsweise eine Sonnenbrille vorgestellt, die in einem Bügel über einen NFC-Chip verfügt. Der Kunde hält dann einfach seine Brille an das Terminal und kann so zahlen – perfekt vor allem für den Strandurlaub.

 

Die Zahlungsmethoden von morgen: Mit Auge und Herzschlag bezahlen

Es stehen noch viele weitere neue Technologien in den Startlöchern, die das Bezahlen revolutionieren könnten. Für die Authentifizierung des Käufers setzen viele Entwickler dabei auf biometrische Daten anstelle der Unterschrift oder der PIN-Nummer. Die Natural Security Alliance etwa hat an einem Verfahren gearbeitet, bei dem der Kunde mit seinem Fingerabdruck bezahlt. Das entsprechende Terminal verbindet sich dabei zunächst drahtlos mit einer Karte, auf der die Zahldaten hinterlegt sind und die der Käufer bei sich tragen muss. Der Fingerabdruck dient dann zur Bestätigung, dass der Karteninhaber den Kauf durchführt und keine andere Person. 

Auch andere biometrische Verfahren, die eine eindeutige Identifizierung erlauben, werden schon getestet. Manche Anbieter setzen auf einen Iris-Scan. Eine Kamera filmt dabei das Auge ab. Eine Software erkennt dann, ob die Person, die ihre Kreditkarte bei sich haben muss, die Bezahlung durchführen darf. Weil der Herzschlag ebenfalls bei jedem Menschen anders ist, arbeiten Entwickler an einem Verfahren, bei dem der Pulsschlag zur Identifikation genutzt wird. 

 

Die Deutschen sind neugierig

Und wie finden die Kunden das? Spannend! Die Deutschen sind neugierig auf diese neuen Arten des Bezahlens. Der Bundesverband Informationswirtschaft,

Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) hat in einer Umfrage herausgefunden, dass jeder zweite Deutsche ab 14 Jahren sich vorstellen kann, bargeldlose Zahlungen etwa per Fingerabdruck oder Iris-Scan abzusichern. 

Problem aber: So lange sich kein Standard etabliert lohnt es sich für kaum einen Händler, für Bezahlsysteme wie Fingerabdruck- oder Iris-Scan-Bezahlung Geräte anzuschaffen. 

Anders ist es bei Mobile Payment auf NFC-Basis. Hier ist mit einer schnelleren Verbreitung zu rechnen. Zudem sind viele in Geschäften genutzte Bezahl-Terminals hardwareseitig schon NFC-fähig und können nach einem für 2017 geplanten Softwareupdate NFC-Zahlungen annehmen. Wer ein neues NFC-Terminal braucht: Mit höchstens mehreren Hundert Euro sind die Investitionen nicht sehr hoch.  Alternativ können die Geräte auch für einen niedrigen zweistelligen Betrag im Monat gemietet werden. Ein NFC-fähiges Terminal lohnt sich auch, weil beinahe alle neuen Kredit- und Girokarten kontaktloses Bezahlen unterstützen. Das gilt auch für neue SparkassenCards der Berliner Sparkasse .