Kunden begeistern
(446)
 (82)
 (86)
 (81)
 (101)
 (96)
3.1446

Handelsgastronomie – Kunden mit Instore-Verzehrbereichen begeistern

Der Internethandel macht es Einzelhändlern zunehmend schwer. Um auch in Zeiten des boomenden E-Commerce Kunden in stationäre Geschäfte zu locken, sind alternative Ansätze gefragt. Eine vielversprechende Lösung könnten einer Studie zufolge gastronomische Angebote sein. Welche Vorzüge die Handelsgastronomie bringt und wie Sie diese erfolgreich in Ihrem Laden eröffnen, stellen wir Ihnen im Folgenden vor.

Wer einen Shoppingmarathon absolviert, braucht irgendwann eine Pause und muss sich stärken. Dies haben vor allem große Möbel- und Kaufhäuser oder Baumärkte schon vor langer Zeit erkannt. Ob Köttbullar oder Kaffee und Kuchen – mit riesigen Instore-Verzehrbereichen haben sie ihren Kunden seit jeher die Einkaufstouren angenehmer gestaltet. Das Konzept der Handelsgastronomie ist also nicht völlig neu. Mittlerweile setzen aber auch kleinere Läden verstärkt auf die Verbindung von Gastronomie und Handel. Und das aus gutem Grund!

 

Erfolgsrezept Handelsgastronomie – die Vorzüge im Überblick

Wenn Sie eine Kaffeebar oder ein Restaurant in Ihrem Laden eröffnen, können Sie nicht nur die Verweildauer, sondern auch die Frequenz Ihrer Kunden erhöhen. Denn mit Handelsgastronomie ziehen Sie unter Umständen auch Menschen an, die ursprünglich gar nichts shoppen wollten. Der Duft von gemahlenem Kaffee, frischen Croissants oder die Aussicht auf eisgekühlten Champagner wecken zugleich Erwartungen an Ihr Sortiment. Im Ergebnis kann durch Handelsgastronomie also das Verkaufsvolumen deutlich gesteigert werden. Und wer einen eigenen Gastronomieservice anbietet, generiert natürlich zusätzliche Umsätze. Laut einer Studie des Handelsforschungsinstituts EHI zur „Handelsgastronomie in Deutschland 2018“ beläuft sich der durchschnittliche Betrag, den ein Kunde für handelsgastronomische Angebote ausgibt, auf 6,67 Euro. Hinzu kommt, dass Sie Ihren Kunden ein Erlebnis bieten – und das ist eines der zentralen Alleinstellungsmerkmale des stationären Handels gegenüber dem E-Commerce. Doch nicht nur dem Internethandel können Einzelhändler mit attraktiver Handelsgastronomie etwas entgegensetzen. Mit einem einzigartigen Konzept können Sie sich auch erfolgreich von Ihren Mitbewerbern abheben. Darüber hinaus können frequenzschwache Tage mit gastronomischen Events und Thementagen – etwa zu Käse, Wein oder Whiskey – belebt werden.

 

Handelsgastronomie: Trend mit Wachstumspotenzial

Dass das Konzept Handelsgastronomie aufgeht und für stationäre Händler ein durchaus vielversprechender Ansatz ist, wird auch im EHI-Whitepaper „Handelsgastronomie in Deutschland“ bestätigt. Rund 9,3 Milliarden Euro Umsatz werden dem Paper zufolge pro Jahr mit den angebotenen Gaumenfreuden im Einzelhandel erzielt. Ein Ende des Trends ist laut EHI-Geschäftsführer Michael Gerling noch längst nicht abzusehen. Diese Ansicht teilen laut einer EHI-Umfrage auch die Händler: Rund ein Drittel erwartet im Bereich der Handelsgastronomie steigende Umsätze, zwei Drittel gehen zumindest von gleichbleibenden Einnahmen aus. Derzeit lassen sich Handelsgastronomie-Konzepte vor allem im Lebensmitteleinzelhandel und in Tankstellen finden. Deutschlandweit setzen rund 25.000 Supermärkte und 5.000 Tankstellen auf diesen Trend. Aber auch in Baumärkten, Gartencentern, Möbelhäusern, Modegeschäften, Buchläden und Warenhäusern werden immer häufiger Getränke und mehr zum Sofortverzehr angeboten.

 

Handelsgastronomie im eigenen Laden eröffnen – wie aus Kunden Gäste werden

Die Gastronomie im Handel hat in den vergangenen Jahren kräftig Fahrt aufgenommen – und es kommen immer mehr gastronomische Angebote hinzu. Ob neue Sitzbereiche, Bars oder Küchen: Die Verkaufsflächen werden vielerorts umgestaltet und ergänzt. Einzelhändlern, die dieses Konzept ebenfalls umsetzen möchten, stehen grundsätzlich zwei Wege zur Auswahl: Sie können entweder einen eigenen Service anbieten oder eine Kooperation mit einem Anbieter von Getränken und Speisen eingehen. Zwar ist der Aufwand für Einzelhändler bei der zweiten Variante erheblich geringer. Das erste Konzept bietet Händlern jedoch die Möglichkeit, auch beim gastronomischen Angebot die eigene Markenidentität zu bewahren. Hinzu kommt, dass der Gestaltungsspielraum viel größer ist. Die Tendenz zum eigenen Gastronomieservice spiegelt sich auch in den kurz- und mittelfristigen Investitionsvorhaben wider. So wollen rund vier Fünftel der in der EHI-Studie befragten Händler in Ladenbau-Maßnahmen investieren. Jeweils 55 Prozent der Befragten planen Investitionen in Kaffeemaschinen bzw. Frontcooking-Einheiten.

 

Fazit:

Das Thema Handelsgastronomie ist ein mächtiger Trend, der nicht zuletzt durch den Internethandel begünstigt wird. Immer mehr Menschen shoppen vom heimischen Sofa aus, gehen aber viel häufiger außer Haus essen. Wenn Einzelhändler diese Entwicklung für sich zu nutzen wissen, können sie etwaige Umsatzeinbußen infolge sinkender Verkaufszahlen mehr als ausgleichen.