Finanzen im Blick
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Keine Chance für Langfinger

Ladendiebstähle können Sie minimieren, wenn Sie einige Grundsätze berücksichtigen. Auch eine Geschäftsinhaltsversicherung ist sinnvoll.

Es ist der Klassiker: Zwei junge Mädchen kommen in eine Modeboutique – und während die eine die Chefin in ein Gespräch über die neue Kollektion verwickelt, räumt die andere teure Designerteile in ihre Handtasche. Erst als die beiden Teenager verschwunden sind, bemerkt die Besitzerin den Ladendiebstahl.

Lässt sich so etwas vermeiden? Eher nicht. Aber es lässt sich minimieren. Und vor allem können Sie mit relativ überschaubarem Aufwand ein paar Sicherheitsschleusen einziehen, damit Langfinger weniger Aussicht auf Erfolg haben.

 

Videoüberwachung als Diebstahlsicherung?

Natürlich können Sie Ihr Geschäft mit einem Video-Überwachungssystem ausstatten. Doch die Installation bietet keine Garantie, Ladendiebstahl zu verhindern. Es fallen außerdem erhebliche Anschaffungskosten an. Zudem müssen Sie das System ständig kontrollieren – und übrigens auch zunächst das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) aufmerksam studieren, denn längst nicht alles Überwachende ist auch in Ihren Räumen gesetzlich erlaubt. Immer häufiger werden Fälle bekannt, in denen Ladenbesitzer Videos von Diebstählen auf sozialen Netzwerken einstellen – und dafür mächtig Gegenwind von der Polizei bekommen. Die Langfinger selbst wurden in den seltensten Fällen dadurch gefasst.

Aufmerksame Mitarbeiter sind die beste Diebstahlprävention: Qualifiziertes Personal hat auch nach Meinung von Sicherheitsexperten die höchste Relevanz in Sachen Abschreckung. Inzwischen bieten auch Sicherheitsfirmen Schulungen für Verkaufspersonal an: So lernen Ihre Mitarbeiter, worauf es im Laden zu achten gilt. Denn: Die Coaches wissen um Tricks und Schliche der Diebe und geben diese an Ihre Angestellten (oder Sie selbst!) weiter – das Resultat ist quasi eine menschgewordene Diebstahlsicherung. Ein Ladendetektiv wird so überflüssig.

 

Attrappen und Spiegel

Wenn Ihnen die Kosten für ein Videosystem samt notwendiger Zusatzgeräte wie Computer zu hoch sind, wären Kamera-Attrappen zumindest eine Option. An prominenter Stelle im Verkaufsraum platziert, sind sie auf den ersten Blick oft nicht von einem „scharfen“ Original zu unterscheiden. Professionelle Langfinger können die Kopien aber recht schnell vom echten System unterscheiden. Und die Erfahrung lehrt: Sie schrecken nur in den seltensten Fällen wirklich ab.

Eine Überlegung wert sind größere Spiegel, die in den unübersichtlicheren Ecken eines Geschäftes angebracht werden können. Sie vergrößern zwar für das Personal die Überwachungsfläche, verkleinern aber leider durch ihr konvexes Bild die Aktionen der handelnden Personen. Man sieht also möglicherweise nicht genau, was ein Ladendieb gerade geklaut hat. Das Gefühl, von Spiegeln umgeben zu sein und beobachtet zu werden, hat jedoch einen gewissen Abschreckungseffekt.

 

Überdenken Sie Ihre Ladengestaltung

Natürlich ist ein kleiner Laden meist nicht in der Lage, die angebotenen Waren großzügig und „luftig“ zu präsentieren. Auf engem Raum dargebotene Produkte stellen jedoch oft eine Einladung zum Ladendiebstahl dar. Gut ausgeleuchtete Ecken, übersichtliche und leicht einsehbare Regale hingegen vermitteln das Gefühl, nirgends unbemerkt zuschlagen zu können. Überlegen Sie auch, welche Ihrer Artikel besonders diebstahlgefährdet sind: Vielleicht ergibt es Sinn, diese im Kassenbereich unter Ihrer „Aufsicht“ zu platzieren. Von Plattenläden ist dieses Prinzip bereits bekannt: CDs oder DVDs gibt es nur an der Kasse, lediglich die Hüllen liegen zum Betrachten aus.

Wenn der eigene Laden nicht in der Prunkstraße mit angeschlossenen Sicherheitsdiensten und Überwachungssystemen liegt, hilft möglicherweise die „Weisheit der vielen“ weiter. Tauschen Sie sich mit Ihren Nachbarladenbesitzern aus, schließen Sie sich zu einer Interessengemeinschaft zusammen. Wenn man sich kennt und schnell Erkenntnisse über verdächtige Personen oder besonders dreiste Diebestricks austauscht, kann dies Ladendiebstahl vorbeugen. Und vielleicht lohnt es sich ja sogar, über einen gemeinsamen Sicherheitsdienst für die Geschäfte in Ihrer Nähe nachzudenken. Geteiltes Leid ist oft halbes Leid – auch was die dafür anfallenden Kosten betrifft.

 

Versichern Sie Inventar und Waren

Je nach Branche kann es auch sinnvoll sein, sich gegen Einbrüche zu versichern. Dazu gibt es die Geschäftsinhaltsversicherung. Sie greift außerdem, wenn Naturgewalten Ihren Besitz zerstören, etwa im Brandfall. Dabei deckt Sie sowohl den entstandenen Schaden als auch etwaige Instandsetzungskosten bei beschädigter Einrichtung ab. 

Versicherungsgesellschaften wie die Feuersozietät, mit der die Berliner Sparkasse zusammenarbeitet, haben die Geschäftsinhaltsversicherung im Portfolio – oft als Bestandteil oder als Zusatz einer Gewerbeversicherung. Je nach Gestaltung des Vertrags ersetzt sie den entgangenen Gewinn oder deckt die fortlaufenden Kosten ab, wenn Ihr Geschäftsbetrieb beispielsweise durch einen massiven Warendiebstahl unterbrochen werden muss. Gastronomen können sich zusätzlich gegen die unerlaubte Mitnahme von Geschirr oder Möbelstücken vom Freisitz des Betriebes versichern.

Sie sehen also: Den ultimativen Schutz gibt es nicht. Aber es gibt wirksame Mittel und Wege, Ladendiebstahl zu erschweren. Grundsätzlich gilt: Seien Sie wachsam und holen Sie sich im Zweifel Rat von Sicherheitsexperten oder der Polizei. Dort gibt es Spezialisten für Diebstahldelikte, die Sie beraten können. Bei Fragen zur finanziellen Absicherung gegen Schäden und Diebstähle können Sie sich zudem an Ihren Berater bei der Berliner Sparkasse wenden.