Finanzen im Blick
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Gute Karten für Händler – Wissenswertes rund um die Kartenzahlung im Einzelhandel

Der Trend geht auch in Deutschland zum bargeldlosen Bezahlen: Die Kartenzahlung im Einzelhandel löst zunehmend das Bargeld ab. Wenn Sie einen Laden eröffnen, sollten Sie bargeldlosen Zahlungsverkehr anbieten. Alles rund um die Kartenzahlung im Einzelhandel lesen Sie in unserem Blog.

Wenn Sie einen Laden eröffnen, sollten Sie sich auch mit der Frage befassen, welche Zahlungsverfahren Sie in Ihrem Geschäft zur Verfügung stellen wollen. Bargeld ist zwar hierzulande nach wie vor das wichtigste Zahlungsmittel, die Nutzung ist aber deutlich rückläufig. Immer mehr Menschen wollen stattdessen bargeldlos bezahlen. So verdrängt die Kartenzahlung im Einzelhandel Stück für Stück das Bargeld – ein überzeugender Grund, die Kartenzahlung in Ihrem Laden ebenfalls anzubieten. Doch welche Karten sollten Sie akzeptieren? Wie hoch sind Sie Kartenzahlungs-Gebühren? Und wie kommen Sie an die Akzeptanzverträge? Wir verraten es Ihnen.

 

Warum Sie die Kartenzahlung im Einzelhandel anbieten sollten

Deutschland zählt zu den Ländern, in denen Bargeld noch immer das beliebteste Zahlungsmittel ist. Aber auch hierzulande geht der Trend klar hin zum bargeldlosen Zahlungsverkehr: Fast 20 Milliarden Kartenzahlungen im Einzelhandel allein im Jahr 2015 sprechen eine deutliche Sprache. Laut einer aktuellen Studie des Forsa-Instituts bezahlen zwei Drittel der Girokonto-Inhaber regelmäßig mit Kredit- oder Debitkarte. 2017 betrug der Umsatzanteil von Debitkarten 35 Prozent, das Bezahlen mit Kreditkarte machte immerhin fünf Prozent des Umsatzes aus. Als Einzelhändler sollten Sie Ihren Kunden also entsprechende Zahlungsmöglichkeiten anbieten, damit Ihnen kein Umsatz entgeht. Um bargeldlos kassieren zu können, benötigen Sie ein Kassenterminal. Zur Auswahl stehen stationäre und mobile Terminals sowie Modelle mit integriertem Bondrucker und eingebautem PIN-Pad – für jeden Bedarf gibt es die passende Lösung. Für die Kartenzahlung im Einzelhandel sind darüber hinaus gültige Kartenakzeptanzverträge erforderlich, die Sie mit einem sogenannten Acquirer abschließen. Dies sind Finanzinstitute, die die Zahlungen mit Debit- bzw. Kreditkarten verarbeiten.

 

Electronic Cash und ELV: Kartenzahlung im Einzelhandel mittels Debitkarte

Die beiden gängigsten bargeldlosen Bezahlsysteme im Einzelhandel sind Kredit- und Debitkarten. Viele kennen Debitkarten aber noch unter den veralteten Bezeichnungen Scheckkarte oder EC-Karte. Girocards wie die Sparkassen-Card sind Debitkarten. Ihre Bedeutung für Einzelhändler liegt auf der Hand: Jeder, der in Deutschland ein Girokonto hat, besitzt auch eine Debitkarte – und kann damit beim Shoppen bargeldlos bezahlen. Gerade Spontankäufe werden gerne per Kartenzahlung im Einzelhandel getätigt. Die gute Nachricht für Händler: Jedes moderne Kassenterminal unterstützt Debitkarten.

Wer die Debitkartenzahlung im Einzelhandel anbieten möchte, hat bei der Girocard als Händler die Wahl zwischen zwei Zahlverfahren: Electronic Cash und elektronisches Lastschriftverfahren. Bei Electronic Cash gibt der Karteninhaber seine PIN in das Kassenterminal ein. Das System führt verschiedene Sicherheitsabfragen durch, damit gewährleistet ist, dass das Geld bei Ihnen ankommt. Beim elektronischen Lastschriftverfahren (ELV) unterschreibt der Karteninhaber den ausgedruckten Beleg auf der Rückseite. Damit bestätigt er, dass Sie sein Girokonto belasten dürfen. Das System prüft aber nicht, ob das Konto gedeckt ist. Sie gewähren dem Kunden also einen Vertrauensvorschuss. Ist nicht genug Geld auf dem Konto oder widerruft der Kunde den Vorgang, erhalten Sie auch kein Geld.

 

Welche Debitkarten gibt es?

Wer die Kartenzahlung im Einzelhandel anbietet, sieht sich schnell mit einer Vielzahl verschiedener Debitkarten konfrontiert. Zu unterscheiden sind im Wesentlichen:

  • Girocard: Die früher als EC-Karte bezeichnete Debitkarte wird in Deutschland jedem Girokonto-Inhaber angeboten und zählt damit hierzulande zu der am weitesten verbreiteten Variante.
  • V-Pay ist die Debitkarte von Visa, die von zahlreichen Banken in Europa eingesetzt wird. Hierbei handelt es sich um eine chipbasierte Kartenzahlmethode, die keinen Magnetstreifen mehr hat. Voraussetzung für die Akzeptanz von V-Pay-Karten ist dementsprechend ein chipfähiges Terminal.
  • Maestro: Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine internationale Debitkarte – und zwar aus dem Hause Mastercard.

 

Die Vorteile der Debitkarte im Überblick

  • Große Verbreitung: Laut einer Bundesbank-Studie zum „Zahlungsverhalten in Deutschland 2017“ besitzen rund 98 Prozent der Deutschen mindestens eine Debitkarte. Insgesamt sind in Deutschland rund 100 Millionen Karten im Umlauf.
  • Sicherheit: Dank der hohen Standards der deutschen Kreditwirtschaft ist die Kartenzahlung per Debitkarte im Einzelhandel eines der sichersten bargeldlosen Bezahlsysteme.
  • Die Transaktion wird dem Händler sofort gutgeschrieben, in der Regel am nächsten Tag.
  • Verluste durch Falschgeld oder Fehler bei der Ausgabe des Wechselgeldes entfallen.

 

Kartenzahlung im Einzelhandel: Kreditkarte bei Touristen und Geschäftsleuten beliebt

Kreditkarten sind in Deutschland zwar nicht so verbreitet wie Debitkarten, aber auch ihre Bedeutung als Zahlungsmittel steigt. 2016 wurden rund sechs Prozent der Kartenzahlungen im Einzelhandel mit einer Kreditkarte durchgeführt, so eine Erhebung des EHI Retail Institute. Wenn Sie einen Laden eröffnen, sollten Sie also auf jeden Fall erwägen, Ihren Kunden das Bezahlen mit Kreditkarte anzubieten. Als Komplettanbieter für den bargeldlosen Zahlungsverkehr ermöglicht der Sparkassen-Händlerservice die unkomplizierte Akzeptanz aller gängigen Kartenmarken. Die beiden wichtigsten Kreditkarten in Deutschland sind Visa und Mastercard. Falls Sie viele ausländische Gäste und Geschäftskunden haben, empfiehlt sich auch die Akzeptanz von JCB, Union Pay International, American Express und Diners Club.

 

Mehr Umsatz durch Kartenzahlung im Einzelhandel

Kartenzahlung: Diese Gebühren fallen für Händler an

Die Kosten dafür, die Kartenzahlung im Einzelhandel anzubieten, sind gering. Wenn Sie Ihren Debitkarten-Akzeptanzvertrag beispielsweise über den Sparkassen-Händlerservice, einen Kooperationspartner der Berliner Sparkasse, abschließen, sind es lediglich 0,18 Prozent Autorisierungsentgelt (umsatzsteuerfrei) plus 0,05 Prozent Serviceentgelt (umsatzsteuerpflichtig). Bei einer Überweisung von 50 Euro belaufen sich die Kartenzahlungs-Gebühren auf 9,30 Cent. Zudem fällt beim bargeldlosen Zahlungsverkehr mit Debitkarten eine Bearbeitungsgebühr zwischen 8 und 9 Cent pro Buchung an. Um das Bezahlen mit Kreditkarte ermöglichen zu können, benötigen Sie einen Kreditkarten-Akzeptanzvertrag. Die Gebühren für Kreditkartenzahlungen im Einzelhandel sind seit dem 9. Dezember 2015 deutlich günstiger und liegen beim Sparkassen-Händlerservice zwischen 1,5 und 2,95 Prozent. Bei einer Zahlung von 50 Euro sind das 0,75 bis 1,48 Euro.

 

Bargeldlos kassieren: Diese Kartenzahlungs-Gebühren werden fällig

 

Kontaktlose Kartenzahlung im Einzelhandel als Alleinstellungsmerkmal

 

Natürlich können Sie mit den Kassenterminals der Berliner Sparkasse – beispielsweise dem SumUp Air – auch ganz klassisch Bargeld als Zahlungsmittel akzeptieren. Wenn Sie zusätzlich Debit- und Kreditkartenzahlungen entgegennehmen, werden Sie bei den meisten Kunden punkten können.

Sie wollen aber aus der Masse herausstechen? Dann sollten Sie auch innovative Bezahlsysteme im Einzelhandel anbieten, beispielsweise per Near Field Communication (NFC). NFC ermöglicht den bargeldlosen Zahlungsverkehr kontaktlos – der Kunde muss seine Karte nur noch an das Terminal halten und schon verbinden sich die Geräte. Das Einstecken und – bei Transaktionen unter 25 Euro – die PIN-Eingabe entfallen. So funktionieren Kartenzahlungen im Einzelhandel noch einfacher. Und Sie können Ihre Kunden schneller bedienen.

In anderen europäischen Ländern ist es schon gang und gäbe, die kontaktlose Kartenzahlung im Einzelhandel anzubieten. Aber auch in Deutschland unterstützen bereits viele Millionen Giro- und Kreditkarten die Bezahlung, ohne die Karten in ein Terminal stecken zu müssen. Anbieter wie Apple Pay setzen ebenfalls auf die Technologie. Ein eigener Kreditkartenakzeptanzvertrag ist für NFC nicht erforderlich. Für Sie bietet es aber Vorteile, auch Kreditkarten zu akzeptieren – vor allem Ihre ausländischen Gäste werden es Ihnen danken.