Finanzen im Blick
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Eigenes Geschäft in Berlin eröffnen: Kosten, Pflichten und erste Schritte

Der Einzelhandel stellt Deutschlands drittgrößten Wirtschaftszweig dar. Im Jahr 2016 erwirtschafteten rund 300.000 ansässige Einzelhandelsunternehmen knapp 487 Milliarden Euro Jahresumsatz.

Kurzum: Der Einzelhandel boomt und der Traum von der Selbständigkeit im stationären Handel ist eine Überlegung wert. Ein eigenes Geschäft zu eröffnen ist allerdings nicht ganz so einfach. Damit die Neueröffnung im Einzelhandel gelingt, muss einiges bedacht werden. Es braucht eine überzeugende Idee, einen durchdachten Businessplan und ein gutes Startkapital, denn die Gründung einer Existenz ist mit bestimmten Ausgaben verbunden.

 

Alle Kosten der Geschäftseröffnung auf einen Blick

Um die amtliche Anmeldung Ihres Gewerbes und die Eintragung in das Handelsregister kommt kein Unternehmer herum. Die Beträge sind in Berlin für alle gleich und rechtlich vorgeschrieben. Hinzu kommen Ausgaben, die von Ihren persönlichen Ansprüchen und Ideen für Ihre Neueröffnung im Einzelhandel abhängig sind. Dazu zählen Miete, Ausstattung, Einkäufe oder auch Investitionen in eine fachliche Weiterbildung. Jeder dieser Posten muss bei der Kalkulation berücksichtigt werden, wenn Sie ein Geschäft erfolgreich eröffnen und auf lange Sicht lukrativ betreiben möchten. Wir haben die wichtigsten Kostenpunkte für Sie der Reihe nach festgehalten. Letztendlich entscheiden Sie, welche Schwerpunkte Sie bei der Budgetierung setzen.

 

Was Sie brauchen, um ein Geschäft zu eröffnen

Laut Gewerberecht benötigen Sie für einen eigenen Laden keine formalen, fachlichen Qualifikationen – anders als im Handwerk, wo Sie zunächst eine Ausbildung zu absolvieren haben. Es gibt nur wenige Ausnahmen, wie beim Verkauf von bestimmten Tieren oder freiverkäuflichen Arzneimitteln, für die bei der Anmeldung des Gewerbes gesonderte Berechtigungen erfüllt sein müssen. Allerdings ist eine fundierte Sachkenntnis zu den Produkten, den Materialien und der Produktion immer wichtig, wenn Sie von den Kunden und Zulieferern als Händler ernst genommen werden möchten.

 

Amtliche Anmeldung Ihres Geschäfts in Berlin: Diese Kosten sind Pflicht

Damit Sie als Gründer durchstarten können, müssen Sie zunächst Ihr Gewerbe offiziell anmelden. Als Bestätigung erhalten Sie einen Gewerbeschein, auf welchem das Gewerbe in wenigen Worten definiert ist. Dies hört sich zunächst nach einem komplizierten, administrativen Vorgang an, ist jedoch schnell erledigt. Die Gebühren bei einer Erstanmeldung in Berlin sind minimal: Eine Online-Anmeldung kostet nur 15 Euro; die Anmeldegebühr beim zuständigen Ordnungsamt beträgt 26 Euro. Benötigt wird ein Personalausweis oder ein anderes amtliches Ausweisdokument.

Bedenken Sie auch die Ausgaben für die Eintragung in das Handelsregister, denn sobald Sie im Einzelhandel ein Geschäft eröffnen, gelten Sie als Kaufmann. Bei der Handelsregistereintragung werden der Firmenname, der Firmensitz, die Rechtsform, der Unternehmenszweck, die vertretungsberechtigte Person und die Höhe des Grundkapitals festgehalten. Eine Ersteintragung wird mit einer Gebühr in Höhe von 70 Euro berechnet. Da Ihre Unterschrift notariell beglaubigt werden muss, fallen zusätzliche Ausgaben von ca. 100 Euro für den Notar an. Für die Handelsregistereintragung bei Geschäften in Berlin ist ausschließlich das Amtsgericht in Charlottenburg zuständig.

Allgemeiner Tipp: Ein professionelles Kartenterminal sollte jeder Händler seinen Kunden bieten.

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Individuelle Kosten für die Neueröffnung im Einzelhandel

Für jedes neue Unternehmen gilt: Am dicken Finanzpolster für den Anfang führt kein Weg vorbei. Bevor die erste Ware über den Ladentisch gehen kann, fallen Kosten an, welche individuell von der Geschäftsidee, dem Standort und der Ausstattung abhängig sind.

  • Kaution und Miete der Ladenfläche:

Der richtige Standort für den eigenen Laden ist ein zentraler Schlüssel zum Erfolg. Sie sollten sich mit Ihrem Geschäft in Berlin dort positionieren, wo sich Ihre Zielgruppe aufhält und eine relevante Laufkundschaft vorhanden ist. Zudem ist eine gute Anbindung zum öffentlichen Nahverkehr ein wichtiger Erfolgsfaktor. Achten Sie auch darauf, dass direkte Wettbewerber sich nicht in unmittelbarer Nähe zu Ihrem Laden befinden. Zwei Läden mit ähnlichem Sortiment in einer Straße ergeben nur dann Sinn, wenn die Laufkundschaft groß genug ist, um den Markt an Einzelhandelsunternehmen abzudecken. Dazu muss natürlich die Ladenfläche Ihren Ansprüchen genügen. Je besser die Konstellation aller Erfolgsfaktoren, desto größer das Erfolgspotential Ihres Ladens – in der Regel steigen damit aber auch die Mietkosten. Kalkulieren Sie darüber hinaus Kaution und Energiekosten mit ein, welche zu den laufenden Betriebsausgaben zählen.

  • Ladeneinrichtung:

Damit das Geschäft etwas hermacht und attraktiv auf potenzielle Kunden wirkt, muss eine ansprechende Gestaltung der Innenräume und Schaufenster her. Schließlich zählt beim Einkaufsbummel immer der erste Eindruck. Die Ausgaben bei der Einrichtung des Ladens beziehen sich jedoch nicht nur auf die Dekoration, sondern betreffen auch die technische und sanitäre Ausstattung. Telefonanschluss und Internet sind ein Muss, die Kundentoilette ist eine Überlegung wert und bei einer Verkaufsfläche ab 400 Quadratmetern ist sie in Berlin sogar Pflicht. Haben Sie vor ein Geschäft zu eröffnen, sollten Sie dies bei der Planung im Hinterkopf haben.

  • Wareneinkauf:

Die Höhe des Einkaufspreises von Waren ist entscheidend für den Gewinn, den ein Einzelhändler mit seinem Geschäft nach der Gründung machen kann. Wer seinen eigenen Laden eröffnen möchte, muss sich aktiv mit Herstellern, Großhändlern und anderen möglichen Zulieferern von Waren vernetzen und einen guten Vertrag aushandeln. Der erste Wareneinkauf für ein zufriedenstellendes Ladensortiment geht gerade für Gründer oft über die Möglichkeiten des Eigenkapitals hinaus. Eine kluge Alternative ist der Verkauf auf Kommission: Der Verkäufer (Kommissionär) bezahlt den Lieferanten (Kommittent) erst nach Verkauf der Ware. Solange die Ware nicht verkauft ist, befindet sie sich rechtlich im Besitz des Lieferanten. Auch hier kommt es auf das Verhandlungsgeschick des Händlers an, damit eine möglichst hohe Provision für den Verkauf zustande kommt.

  • Laufende Betriebsausgaben:

Natürlich sind auch die laufenden Kosten wie für Personal, Bürobedarf, Material, Verpackung oder Internetanschluss zu beachten, um den Kapitalbedarf richtig einzuschätzen. Haben Sie Ihre Ausgaben im Blick, sind Sie bestens aufgestellt, um den Weg in die Selbstständigkeit zu wagen und ein erfolgreiches Geschäft zu eröffnen.

  • Marketing:

Ein eigener Laden an einer strategischen Location, gute Verträge mit Zulieferern und ein ausgefeilter Businessplan bilden das Fundament für den Erfolg. Jedoch ist der Einsatz von Marketing-Maßnahmen wichtig, um den Bekanntheitsgrad Ihres Ladens zu verbessern und das Potenzial Ihrer Kunden auszuschöpfen. Ob in Eigenregie oder in Zusammenarbeit mit einer Agentur: Wie Sie Ihr Marketing betreiben, ist immer eine Frage des Budgets. Eine kostengünstige und dennoch effektive Möglichkeit, mögliche Kunden in Ihrer Umgebung zu erreichen, bietet das Guerilla-Marketing. Seien Sie im urbanen Alltag Ihrer Zielgruppe durch originelle Werbe-Gags präsent. Noch bevor Sie Ihr Geschäft eröffnen – also bei der Erstellung des Businessplans – sollten Sie sich Gedanken machen, welche Maßnahmen sinnvoll sind und welchen Kosten auf Sie zukommen. Damit können Sie einschätzen, wie Sie Ihre Ressourcen bei der Neueröffnung im Einzelhandel am besten investieren.

 

Kurz und schmerzlos: Steuerrechtliches Know-how, um ein Geschäft zu eröffnen

Da Einzelhändler Gewerbetreibende im Sinne des Einkommen- und Gewerbesteuergesetzes sind, unterliegen sie nicht nur der Einkommen-, sondern auch der Gewerbesteuer – diese wird teilweise auf erstere angerechnet. Hinzu kommt die Umsatzsteuer (normaler Satz beträgt 19 %), welche Sie zusätzlich zum Umsatz ans Finanzamt abführen müssen. Wenn Sie Waren einkaufen, auf welche ebenfalls die Umsatzsteuer erhoben wurde, können Sie diese als Vorsteuer geltend machen. Dieser Posten wird dann mit der zu zahlenden Umsatzsteuer verrechnet. Übrigens: Eine doppelte Buchführung ist sinnvoll, denn wer ein Geschäft eröffnen möchte, muss in Vorleistung gehen. Die Miete der Ladenfläche und die Ausgaben für die Einrichtung bedeuten einen verminderten Gewinn. Für den Einzelhändler heißt das: weniger Steuern!

 

Geschäft eröffnen: Welche Versicherungen brauchen Sie?

Eine Krankenversicherung, ob gesetzlich oder privat, ist für Existenzgründer verpflichtend. Als Einzelhändler sind Sie jedoch nicht zur Rentenversicherung und auch nicht zur Arbeitslosenversicherung verpflichtet. Viele Selbständige nehmen diese Versicherungen aber dennoch in Anspruch, da sie eine ergänzende Absicherung und Vorsorge unabhängig vom Ladenerfolg sind. Weitere sinnvolle Versicherungen können eine Betriebshaftpflichtversicherung, eine Rechtsschutzversicherung und eine Berufsunfähigkeitsversicherung sein.

 

Ein lukratives Geschäft eröffnen mit Franchising

Sie sind motiviert, sich selbstständig zu machen, und haben bereits einen Überblick der notwendigen Schritte, doch die zündende Geschäftsidee lässt auf sich warten? Hier kann Franchising die Lösung sein. Fehlt Ihnen die Kreativität für eine eigene Geschäftsidee, können Sie sich durch die vertraglich abgestimmte Kooperation mit einem bestehenden Unternehmen – dem Franchise-Geber – ein bereits etabliertes Geschäftskonzept zunutze machen. So sparen Sie sich den Aufwand, ein eigenes Konzept zu entwickeln.

 

Das eigene Geschäft in Berlin ist eine Sache der Planung

Damit Sie ein wirtschaftlich ertragbares Geschäft eröffnen können, brauchen Sie nicht nur eine lukrative Geschäftsidee, sondern auch den absoluten Überblick über alle Ausgaben. Erst dann können Sie einen Businessplan erstellen, der aus Ihrer Idee ein rentables Geschäft macht. Dabei entdecken Sie vielleicht Stellen, an denen Sie sparen sowie unentdeckte Potenziale, die Sie nutzen können. In jedem Fall lohnt sich die Kalkulation, um dem Traum von der Gründung eines eigenen Ladens ein Stück näher zu kommen. Haben Sie Ihre Kosten und Pflichten im Blick, sind Sie für die Neueröffnung im Einzelhandel bestens aufgestellt

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