Finanzen im Blick
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Eigenes Café eröffnen: 5 Tipps von der Idee bis zur Gründung

Sie träumen davon, ein Café zu eröffnen? Wir zeigen Ihnen, worauf es dabei ankommt – von der Geschäftsidee über den Businessplan bis zum Marketing!

Sie lieben Kaffee und Ihr Herz brennt für die Gastronomie? Das sind gute Voraussetzungen, wenn Sie ein eigenes Café eröffnen möchten. Aber nicht die einzigen. Darüber hinaus sollten Sie eine außergewöhnliche Geschäftsidee und einen ausgefeilten Businessplan mitbringen. Auch eine Standortanalyse, Behördengänge und eine Marketingstrategie gehören zur Gründungsplanung. Hier kommen einige nützliche Tipps, mit denen Sie Ihren Traum, ein Café zu eröffnen, Wirklichkeit werden lassen.

 

1. Heben Sie sich von der Konkurrenz ab – mit einer einzigartigen Geschäftsidee

Um ein eigenes Café zu eröffnen und dieses auch langfristig erfolgreich zu führen, brauchen Sie in erster Linie eine zündende Idee. Coffee-Shops, Eiscafés oder Konditoreien mit standardisiertem Angebot und Interieur gibt es reihenweise in fast jedem Kiez. Heben Sie sich von der Masse ab und bieten Sie Ihren Gästen etwas völlig Neues. Wie wäre es zum Beispiel mit rohem Keksteig statt Eiscreme in der Waffel? So geschehen im New Yorker Café „Cookie Do“, das außerdem Milchshakes oder Sandwiches mit Cookie Dough (englisch für Keksteig) bietet – und mit großem Erfolg auch verkauft.

Oder was halten Sie davon, ein Café zu eröffnen, in dem Männer eine Gender-Tax zahlen? Mit dieser Idee ist im australischen Melbourne das Café „Handsome Her“ an den Start gegangen: Da das Gehalt von Frauen im Durchschnitt um 18 Prozent geringer ausfalle, sei es nur fair, wenn Männer für ihren Ristretto, Latte Macchiato oder Caffè Americano entsprechend mehr zahlten, erläutern die Gründer ihr Konzept. Sie brauchen noch mehr Inspirationen? Im Folgenden finden Sie weitere ausgefallene Café-Konzepte:

  1. 120 Frühstücksflocken aus aller Welt, 20 verschiedene Toppings und 30 Milchsorten – im Londoner „Cereal Killer Café“ können Gäste über den ganzen Tag verteilt Cerealien in unzähligen Kombinationsmöglichkeiten genießen. Das erste Copy Cat des Londoner Erfolgs-Cafés hat in Köln seine Pforten geöffnet: das „Flakes Corner“ in der Südstadt.
  2. Das Sneaker-Kaffeehaus „Deadstock Coffee“ in Portland bietet neben gutem Kaffee auch einen Schuhputzservice. Hier können Gäste lässig am Tresen stehen und Espresso schlürfen und verlassen den Laden dann mit blitzblankem Schuhwerk.
  3. Toxinarmen Kaffee mit je einem Teelöffel Kokosöl und Weidebutter im Mixer zubereiten – das ist das Rezept für den Bulletproof Coffee. Der Entwickler Dave Asprey hat den Wundertrank auf einem Trip durch das Himalaya-Gebirge entdeckt. Um dem Supergetränk zum Durchbruch zu verhelfen, will er in den größten Städten der USA Bulletproof-Cafés eröffnen.

2. Eigenes Café eröffnen? Nur mit Businessplan!

Wollen Sie ein Café eröffnen, ist ein Businessplan unerlässlich. Schließlich ist er eine wesentliche Voraussetzung für Ihre Finanzierung. Er hilft Ihnen, den Finanzierungsbedarf zu kalkulieren – und auch Ihr Berater bei der Berliner Sparkasse nutzt den Businessplan, um über die Gewährung Ihres Kredits zu entscheiden. Ein detaillierter Geschäftsplan kann aber noch viel mehr: Er bringt Sie auf den richtigen Kurs. Was ist Ihre Vision? Welche USPs hat Ihr Café? Wer ist die Zielgruppe? Und was wollen Sie in drei oder fünf Jahren erreicht haben? Die eigene Idee zu konkretisieren und auszuformulieren hilft Ihnen dabei, ein stimmiges Konzept zu entwickeln und darauf basierend die nächsten Gründungsschritte zu planen. Zu diesem Zeitpunkt sollten Sie sich auch bereits mit der Frage auseinandersetzen, in welcher Rechtsform Sie Ihr Café eröffnen möchten.

 

3. Die perfekte Location finden

Über den Erfolg oder Misserfolg eines Gastronomie-Konzepts entscheidet nicht zuletzt die Lage. Wenn Sie ein Café eröffnen, sollten Sie bei der Wahl der Location auf verschiedene wichtige Kriterien achten, beispielsweise Zielgruppe, Laufkundschaft, Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, Parkplätze, Mitbewerber in der näheren Umgebung und Außenwirkung des Geschäfts. Am besten schauen Sie sich den Laden und die Umgebung an verschiedenen Wochentagen und Tageszeiten an, um den Standort gut einschätzen zu können. Wie viele Menschen laufen an der Immobilie vorbei? Passt die Laufkundschaft zum Konzept? Ist der Standort für die Zielgruppe gut zu erreichen? Wenn Sie vor allem junge Leute anvisieren, sollten Sie sich nach Räumlichkeiten in Uni-Nähe oder einem angesagten Studentenkiez umsehen. Sind Sie eher auf Geschäftsleute aus, dann sind Räumlichkeiten in einem Geschäftsviertel ideal. Achten Sie zudem darauf, dass die Location ausreichend Platz für eine adäquate Einrichtung, Außenwerbung, Produktionsflächen und Lagerräume bietet. Optimal ist es, wenn Zielgruppe, Konzept und Standort harmonieren – dann sollten Sie zuschlagen!

 

4. Das Formelle: Bürokratisches erledigen, bevor Sie Ihr Café eröffnen

Wer ein eigenes Café eröffnen möchte, sieht sich mit vielen gesetzlichen Auflagen und Vorschriften konfrontiert. Das bunte Sammelsurium der Bestimmungen reicht von Bauvorschriften über Gaststättenverordnungen bis hin zu Hygienevorschriften. In jedem Fall benötigen Sie einen Gewerbeschein, den Sie im jeweiligen Gewerbeamt bei den Bürgerdiensten oder im zuständigen Rathaus beantragen können. Wollen Sie auch alkoholische Getränke und/oder zubereitete Speisen anbieten, brauchen Sie eine Konzession. Diese beantragen Sie in der Regel beim zuständigen Gewerbeamt. Allerdings sind hierfür weitere Unterlagen vonnöten. Sowohl Sie als Betreiber als auch Ihre Angestellten müssen ein vom Gesundheitsamt ausgestelltes Gesundheitszeugnis besitzen. Zudem ist die Teilnahme an gesetzlich vorgeschriebenen Gesundheits- und Hygieneschulungen nachzuweisen. Diese werden sowohl von der Industrie- und Handelskammer als auch vom Gesundheitsamt angeboten.

5. Marketing: Machen Sie überall bekannt, dass Sie ein Café eröffnen

Haben Sie alle Herausforderungen der Gründungsphase mit Bravour gemeistert und steht der Termin, an dem Sie Ihr Café eröffnen, vor der Tür? Dann gilt es nur noch, möglichst viele Gäste in Ihren Laden zu locken. Doch wie machen Sie Ihre Zielgruppe auf das neue Angebot aufmerksam? Um erfolgreich die Werbetrommel zu rühren, gibt es mittlerweile zahlreiche Wege. Hier haben wir verschiedene Marketing-Maßnahmen und -Kanäle übersichtlich für Sie zusammengestellt:

 

OfflineOnline
 
  1. Werbeflyer/Visitenkarten
  2. Gutscheine/Coupons
  3. Anzeigen in Lokalzeitungen & Co.
  4. Werbung auf To-Go-Bechern
  5. Außenwerbung / Plakate (z. B. zur Eröffnung)
  6. Stempelkarte / Bonuskarte
  7. Spezielle Events (Muffin-Montag, Family-Friday)
  8. Radio-Werbung
  9. Lokales Engagement (z. B. Gratis-Kinderkochkurs)
 
 
  1. Webseite
  2. Google-My-Business-Eintrag
  3. Social Media: Facebook, Instagram, Pinterest
  4. Bewertungsplattformen: Yelp, Tripadvisor
  5. Gutschein-Portale wie z. B. Groupon und Dailydeal
  6. Digitale Stempelkarte / Bonuskarte (Handy-App)
  7. Newsletter mit Angeboten und Sonderaktionen
 

Die einfachste und gerade für kleinere Kiezläden sehr effektive Marketing-Möglichkeit sind Flyer. Verteilen Sie an Unternehmen und Anwohner in der Umgebung ansprechend gestaltete Werbeflyer, um auf die bevorstehende Neueröffnung aufmerksam zu machen. Auch Gutscheine können zumindest in der Anfangsphase viele potenzielle Gäste in Ihr Café locken. Allerdings sollten Sie solche Rabattaktionen nur selten und zeitlich begrenzt einsetzen. Und vergessen Sie nicht das Internet: Stellen Sie sich, das Konzept und die Geschichte hinter Ihrem Café auf einer eigenen Webseite vor. Teilen Sie Bilder von Ihren Kaffeespezialitäten und Kuchenkreationen auf Ihrem Facebook- und Instagram-Profil und lassen Sie sich auf Yelp und Tripadvisor bewerten. Und zu guter Letzt: Erstellen Sie ein eigenes Google-MyBusiness-Profil, um über das eigene Angebot zu informieren und auf Google Maps angezeigt zu werden.