Finanzen im Blick
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Durchblick im Förderdschungel

Das Eigenkapital reicht nicht aus? Gründern im Einzelhandel stehen viele Möglichkeiten offen, öffentliche Gelder für Anschaffungen zu beantragen. Wir zeigen Ihnen, an wen Sie sich wenden können.

„Wie soll ich das bloß stemmen?“ Diese Frage stellt sich eigentlich jeder Existenzgründer irgendwann. Ob am Anfang seines Projektes oder während es bereits läuft. Gerade kleinen und jungen Unternehmen fehlt es oft an Eigenkapital und Sicherheiten. Doch ohne Sicherheit – wie etwa ein Grundstück – bekommen die angehenden Unternehmer bei den Geschäftsbanken in aller Regel keinen Kredit. 

Die kleine Boutique am Rande der Stadt zählt zwar zur drittgrößten deutschen Wirtschaftsbranche, dem Einzelhandel. Doch meistens weiß der Besitzer oder die Besitzerin nicht genau über die diversen zur Verfügung stehenden Fördermittel Bescheid. 

 

Einzelhandel nutzt zu selten Fördermittel

Schon Ende 2012 nahm der Branchenverband HDE in einer Studie dieses Problem unter die Lupe. Heraus kam, dass der Einzelhandel im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen „nur in geringem Maße Fördermittel beantragt“, insgesamt tut das weniger als ein Fünftel der investierenden kleineren Unternehmen. 

Der Grund ist unklar: Vielleicht scheuen sich die Jungunternehmer vor der damit verbundenen Bürokratie? Das verwundert, denn die „Hilfe zur Selbsthilfe“, wie die Fördermittel gerne genannt werden, ist eigentlich nicht schwierig zu beantragen. 

Tipp: Erkundigen Sie sich vor der Antragstellung beim Wirtschaftsministerium Ihres Bundeslandes, ob kostenlose Fördergespräche angeboten werden. Wenn nicht, gibt es dafür auch Zuschüsse. Informationen über die diversen Förderprogramme finden Sie im Netz unter www.foerderdatenbank.de. Dort können Sie auch recherchieren, unter welche Definitionsgröße Ihr Unternehmen fällt.

 

Beratung bekommen Sie auch durch:

  • den Einzelhandelsverband (HDE), 
  • die Industrie- und Handelskammern (IHK),
  • Ihr Kreditinstitut.

Die Förderung durch den Bund erfolgt über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Daneben fördern auch die Bundesländer mittelständische Unternehmen, entweder in Form von Bürgschaften oder durch zinsgünstige Kredite. In manchen Bundesländern werden Bankkredite für Existenzgründungen auch durch Bürgschaftsbanken der Länder abgesichert.  Sie besitzen nicht genügend Sicherheiten? Dann sollten Sie vielleicht an eine Bürgschaftsbank herantreten, die an Existenzgründer und Selbstständige Bürgschaften vergibt. Ihre Hausbank kann Ihnen in diesem Punkt beratend zur Seite stehen. Ist Ihr Finanzierungsbedarf nur gering, kommt eventuell auch ein Mikrokredit infrage: Einige Förderbanken bieten diese kleineren Summen für Existenzgründer zu günstigen Konditionen an.

Förderprogramme des Bundes lassen sich übrigens untereinander oder auch mit Länderprogrammen kombinieren. Hier müssen Sie allerdings darauf achten, dass Sie bestimmte Höchstsätze nicht überschreiten.

 

Geld fließt nur bei tragfähigen Ideen

Grundsätzlich gilt: Es werden nur solche mittelständischen Unternehmen gefördert, die aufgrund ihres Businessplans eine tragfähige Existenz versprechen. Für die Bewilligung der Förderung müssen in jedem Fall auch fachliche und kaufmännische Qualifikationen nachgewiesen werden.

 

Über die Mittel genau Buch führen

Wichtig: Öffentliche Förderung gilt als Anreizfinanzierung, daher sollten Sie einen Förderantrag unbedingt vor dem Beginn Ihres Vorhabens stellen. Für Nachfinanzierungen sieht es dagegen schlecht aus, ebenso bei Umschuldungen oder wenn Ihre Firma bereits ein Sanierungsfall ist.