Finanzen im Blick
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Crowd-Finanzierung: Die alternative Kapitalbeschaffung

Die Crowd-Finanzierung ist eine Alternative zu klassischen Finanzierungsmethoden. Beim Crowdfunding (deutsch: „Schwarmfinanzierung“) werden Spenden von Unterstützern eingesammelt.

Daneben gibt es die Variante des Crowdinvesting. Hierbei werden Unternehmensanteile an Mikroinvestoren verkauft. Anders als bei einem Kredit bei einem Finanzinstitut existieren bei der Crowd-Finanzierung zahlreiche Darlehensgeber – genau das stellt die Hürde dieses Verfahrens dar. Welche Chancen und Risiken die Schwarmfinanzierung birgt, haben wir für Sie zusammengefasst!

 

Crowd-Finanzierung für Einzelhändler – welche Möglichkeiten gibt es?

Ist die Crowd-Finanzierung eine Möglichkeit für Einzelhändler, sich Kapital für ein neues Projekt zu besorgen? Grundsätzlich kann dies funktionieren. So einfach geht das mit dem Startkapital aus der Crowd jedoch auch wieder nicht. Wir haben deshalb einmal genauer hingeschaut, welche Möglichkeiten es gibt.

 

Crowdfunding: Spendenfinanziertes Startkapital

Beim Crowdfunding sammeln Sie Spenden für Ihr Projekt. Das bedeutet, dass Ihre Kunden von Ihrer Idee so begeistert sein müssen, dass sie Ihnen freiwillig Geld geben. Im Internet existieren verschiedene Crowdfunding-Plattformen. Hierbei gilt es: Wenn Sie beispielsweise in der Gastronomie tätig sind und meinen, dass Ihre Küche so gut ist, dass sie ein eigenes Kochbuch verdient hat, können Sie über eine Crowdfunding-Plattform Geld dafür sammeln.

Vier Regeln für eine erfolgreiche Crowd-Finanzierung durch Spenden:

  1. Crowdfunding funktioniert nur, wenn genug potenzielle Spender von Ihrer Idee erfahren, denn das Geld kommt nicht von allein. Sie müssen also Werbung für Ihr Projekt machen. Dazu brauchen Sie eine kreative und professionelle Kampagne, um Erfolg zu haben. Texte, Fotos und Videos müssen sich von der Masse abheben, um potenzielle Spender zu begeistern.
  2. Per Crowdfunding sammeln Sie am besten Geld für konkrete Projekte. Es ist nicht dazu gedacht, komplette Geschäftsmodelle zu finanzieren, und deshalb keine geeignete Alternative für Investitions- oder Förderkredite.
  3. Wählen Sie eine realistische Summe. Wenn Sie Ihr Finanzierungsziel nicht zu hundert Prozent erfüllen, kommt die Finanzierung nämlich nicht zustande und Sie gehen am Ende leer aus.
  4. Ein „Dankeschön“ für jeden Spender erhöht die Chance, dass Ihr Projekt Spenden bekommt. Ganz ohne Gegenleistung funktioniert es bei der Crowd-Finanzierung durch Spenden nämlich meistens nicht. Es ist üblich, seine Unterstützer je nach Höhe der Spende mit einem so genannten „Dankeschön“ zu belohnen. Bei Ihrem Kochbuch können Sie den Unterstützern beispielsweise ein kostenloses Exemplar zuschicken oder sie zum Essen in Ihr Restaurant einladen.

 

Crowdinvesting: Verkauf von kleinen Unternehmensanteilen

Beim Crowdinvesting verkaufen Sie Unternehmensanteile an Mikroinvestoren. Das bedeutet, dass sich diese Form der Crowd-Finanzierung vor allem für Einzelhändler anbietet, die bereits ein Geschäft eröffnet haben und expandieren möchten. Denn anders als Spender, die sich über ein Dankeschön freuen und eine gute Idee unterstützen möchten, geht es Investoren um gute Renditen. Die Crowd-Finanzierung soll dazu beitragen, dass Sie Ihren Umsatz und Gewinn steigern – beispielsweise durch die Eröffnung eines zweiten Ladens. Die Investoren werden an dem finanziellen Erfolg Ihres Projektes beteiligt. In der Regel wird ein bestimmter Zeitraum festgelegt, in dem die Investoren am Gewinn und der Wertsteigerung des Unternehmens beteiligt werden.

Drei Tipps für Ihr Crowdinvesting-Projekt:

  1. Genau wie beim Crowdfunding sollten Sie ein konkretes Vorhaben nennen, für das Sie Geld brauchen.
  2. Damit sich die Mikroinvestoren ein Bild von Ihrem Vorhaben machen können, müssen Sie sie genau darüber informieren: Wie sieht das Geschäftsmodell aus? Wie viel Gewinn machen Sie aktuell? Welche Gewinnsteigerung erwarten Sie durch das zweite Geschäft? Welche Chancen und Risiken gibt es?
  3. Beachten Sie, dass Sie tiefe Einblicke in Ihre Strategie gewähren, die frei zugänglich im Internet veröffentlicht werden. Zudem bedeutet eine Vielzahl von Investoren auch einen erheblichen administrativen Aufwand, den Sie einkalkulieren sollten.

 

Crowdlending: Geld von der Crowd leihen

Brauchen Sie eine neue Registrierkasse oder ein Transportfahrzeug für Ihr Geschäft, es fehlt jedoch an der notwendigen Liquidität? Beim Crowdlending leihen Sie sich Geld von Privatpersonen. Ähnlich wie beim Crowdinvesting müssen Sie umfangreiche Angaben zu Ihrem Geschäft machen, die für jeden im Internet einsehbar sind. Daraus berechnen sich Ihr Rating auf der Crowdlending-Plattform, der Nominalzins, den Sie den Kleinanlegern zahlen müssen, und die fällige Gebühr. Wie auch bei den anderen Finanzierungsformen besteht die Gefahr, dass Sie den von Ihnen angegebenen Finanzierungsbetrag nicht erreichen. Dann bekommen Sie gar kein Kapital ausgezahlt.

 

Crowd-Finanzierung – attraktiv für den Einzelhandel?

Ist eine Crowd-Finanzierung nun eine probate Lösung für Einzelhändler? Es kommt – wie immer – darauf an. Eine Schwarmfinanzierung zu bekommen, ist mit einem sehr großen Aufwand verbunden – es gilt schließlich nicht nur, ein Kreditinstitut zu überzeugen, sondern gleich eine Vielzahl von Menschen. Der Vorteil ist, dass Sie hierbei direkt die Resonanz des Marktes auf Ihre Idee testen können. Nehmen Sie diese Resonanz ernst. Sollte sie nicht positiv ausfallen, ist das ein entscheidender Hinweis darauf, dass Sie Ihr Konzept überdenken sollten.

Wenn Sie über eine Finanzierungslösung nachdenken, sollten Sie die Kosten und den Aufwand von einem Bankkredit und einer Crowd-Finanzierung gegenüberstellen. Dazu ist es sinnvoll, dass Sie sich bei dem Finanzinstitut Ihres Vertrauens zu den Möglichkeiten eines Darlehens beraten zu lassen. Gerne stehen wir Ihnen hierfür zur Verfügung. Rufen Sie uns unter 030/86986955 an oder schicken Sie uns eine Nachricht über unser Kontaktformular.