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Laden eröffnen – welche Rechtsform ist die richtige

Wer einen Laden eröffnen möchte, steht zu Beginn der Gründung vor der Frage: Welche Rechtsform soll ich für mein Geschäft wählen?

Bei manchen Rechtsformen gibt es eine beschränkte Haftung, die von Vorteil sein kann, manche Gesellschaftsformen muss man ins Handelsregister eintragen lassen, andere nicht. Auch das Startkapital, die Buchführung sowie einige formale Aspekte spielen eine Rolle bei der Wahl der Rechtsform. Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, haben wir alle relevanten Gesellschaftsformen in diesem Beitrag zusammengestellt und erklären, welche für den eigenen Laden infrage kommen.

 

Auf einen Blick: Mögliche Rechtsformen für den Einzelhandel

Grob betrachtet können die Rechtsformen für Unternehmen und auch Läden in drei Gruppen eingeteilt werden: Einzelunternehmen, Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften. Zu den Personengesellschaften gehören beispielsweise die GbR und die OHG. Die UG, die GmbH und die AG sind dagegen Kapitalgesellschaften. Wer einen Laden eröffnen möchte, muss nicht alle Varianten abwägen, so kommt eine Aktiengesellschaft (AG) in der Regel nicht infrage, auch wenn sie theoretisch denkbar ist. In unserer Zusammenstellung finden Sie alle relevanten Rechtsformen übersichtlich aufgelistet:

 

Rechtsform

Vorteile

Nachteile

Einzelunternehmen

 
  • Kein Mindestkapital
  • Beginn als Kleinunternehmer möglich (ohne MwSt.)
  • Keine Bilanzierungspflicht
  • Geringe Gründungskosten
  • Großer Gestaltungsfreiraum
 
 
  • Volle Haftung mit Privatvermögen
  • Alleinige Verantwortung
  • Risiko der finanziellen Überlastung, da keine Unterscheidung zwischen Privat- und Gesellschaftsvermögen
 

Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR)

 
  • Kein Mindestkapital
  • Geringe Gründungskosten
  • Kein Handelsregistereintrag notwendig
 
 
  • Volle Haftung mit Privat- und Gesellschaftsvermögen
 

Offene Handelsgesellschaft (OHG)

 
  • Kein Mindestkapital
  • Geringe Gründungkosten
 
 
  • Eintrag ins Handelsregister notwendig
  • Volle Haftung mit Gesellschafts- und Privatvermögen
 

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

 
  • Haftung beschränkt sich auf Stammkapital
  • Gründung als Einzelgründer oder als Team möglich
  • Geschäftsführer muss nicht Gesellschafter sind
 
 
  • Eintrag ins Handelsregister notwendig
  • Mindestkapital 25.000 Euro (bei Gründung müssen min. 12.500 Euro eingezahlt werden)
  • Höhere Gründungskosten
  • Jahresabschluss ist Pflicht, verursacht Kosten für die Erstellung und Buchhaltung
 

Unternehmergesellschaft (UG haftungsbeschränkt)

 
  • Haftung beschränkt sich auf Stammkapital
  • Mindestkapital von 1 Euro
  • Geringere Gründungskosten im Vergleich zur GmbH
  • Gründung als Einzelgründer oder als Team möglich
  • Geschäftsführer muss nicht Gesellschafter sind
 
 
  • Eintrag ins Handelsregister notwendig
  • Gewinn muss anteilig in die Erhöhung des Stammkapitals fließen (Rücklagenpflicht)
  • Geringe Kreditwürdigkeit
  • Jahresabschluss ist Pflicht, verursacht Kosten für die Erstellung und Buchhaltung
 

 

Laden eröffnen mit der richtigen Rechtsform – so klappt’s

Der schnellste Weg, einen Laden zu eröffnen, ist in der Regel das Einzelunternehmen. Gründet man im Team, so ist die GbR die einfachste Rechtsform. Soll die Gesellschaft ins Handelsregister eingetragen werden, stellt die OHG die Entsprechung zur GbR dar. Bei beiden Gesellschaftsformen haften die Gründer mit ihrem gesamten Privatvermögen. Wer sein Geschäft mit einer Haftungsbeschränkung gründen möchte, kann sich zwischen der GmbH und der Mini-GmbH, der sogenannten UG (haftungsbeschränkt), entscheiden. Rechtlich gibt es zwischen den beiden Gesellschaftsformen keinen Unterschied, die Kreditwürdigkeit einer GmbH ist allerdings aufgrund des Stammkapitals deutlich höher. Auch aus Imagegründen kann es in bestimmten Branchen sinnvoll sein, gleich eine GmbH und keine UG (haftungsbeschränkt) zu gründen.

Welche Rechtsform ist die richtige, wenn man einen Laden eröffnen möchte?

 

Welche Vorschriften gelten bei der Namensfindung?

Auch wer einen Laden eröffnet, sollte über einen geeigneten Namen für sein Unternehmen nachdenken. Der Firmenname ist dabei nicht gebunden an die Bezeichnung des Ladengeschäfts. Vorschriften gibt es lediglich im Hinblick auf die Nutzung des eigenen Vor- und Nachnamens im Rahmen des Firmennamens. So sind bei einem Einzelunternehmen zwar Fantasienamen zulässig, mindestens der Nachname des Inhabers muss im Firmennamen aber enthalten sein. Eine GbR muss sogar die Nachnamen aller Gesellschafter im Namen tragen, der Zusatz GbR ist aber freiwillig. Bei einer Kapitalgesellschaft sind die Namen der Gründer hingegen nicht entscheidend, es sollte lediglich ein neuer Name sein, der nicht irreführend ist. Der Zusatz GmbH ist verpflichtend. Das gilt auch für die UG (haftungsbeschränkt).

 

Fazit: Welche Rechtsform sollte ich für mein Geschäft wählen?

Wer seinen eigenen Laden eröffnen möchte, geht in der Regel durch das stationäre Geschäft in Vorleistung und muss Waren einkaufen und Ladenmiete zahlen. Wenn ein solcher Kapitaleinsatz notwendig ist, empfiehlt sich die Wahl einer Gesellschaft mit Haftungsbeschränkung. Gründet man allein und ist dazu bereit, auch mit seinem Privatvermögen zu haften, ist das Einzelunternehmen die richtige Wahl. Übrigens: Eine Umfirmierung in eine Kapitalgesellschaft ist jederzeit notariell möglich, sofern die Gesellschaft das Mindestkapital vorweisen kann.

Die Inhalte in diesem Beitrag wurden von unseren Redakteuren mit größtmöglicher Sorgfalt recherchiert. Dennoch besteht kein Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit.