Alltag meistern
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Geschäft eröffnen – Schritt für Schritt zur Gewerbeanmeldung im Einzelhandel

Mit einer Ladeneröffnung werden Sie Ihr eigener Chef und schlagen den Weg in die Selbstständigkeit ein. Und der Startschuss fällt mit Ihrer Gewerbeanmeldung im Einzelhandel. Wie diese abläuft und was Sie bei der Beantragung beachten müssen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Gewerbliche oder freiberufliche Tätigkeit – was gilt im Einzelhandel?

Bei Gründungsvorhaben stellt sich grundsätzlich die Frage, ob Sie als Gründer künftig einer gewerblichen oder freiberuflichen Tätigkeit nachgehen. Letztgenannte Möglichkeit gilt beispielsweise für Künstler, Schriftsteller oder erzieherische Berufe, die kein Gewerbe anmelden müssen. Wer hingegen in Deutschland ein Geschäft eröffnen möchte, ist dazu verpflichtet, dies anzumelden. Ladenbesitzer zählen demnach zu den Gewerbetreibenden. Erst mit der Gewerbeanmeldung im Einzelhandel erhalten Sie die offizielle Erlaubnis dafür, einen Laden zu führen. Dies wird umgangssprachlich auch als „Gewerbeschein“ bezeichnet.

 

Geschäft eröffnen: Wo lässt sich die Gewerbeanmeldung beantragen?

Wo Sie Ihr Geschäft anmelden können, hängt von dem künftigen Standort ab. Je nach Bundesland ist für die Gewerbeanmeldung im Einzelhandel die örtliche Gemeinde oder Industrie- und Handelskammer zuständig. In Berlin melden Sie Ihr Gewerbe beim Ordnungsamt im zuständigen Bezirk an.

 

Wie läuft die Gewerbeanmeldung im Einzelhandel ab?

Die Gewerbeanmeldung im Einzelhandel müssen Sie selbst, also der künftige Inhaber des Gewerbes, durchführen. Alternativ ist es möglich, einen Bevollmächtigten zu ernennen, der Ihren Betrieb stellvertretend für Sie anmeldet. Das Anmeldeverfahren ist in wenigen Schritten erledigt:

  • Vereinbaren Sie einen Termin bei der zuständigen Stelle: In Berlin ist dies bequem über eine Online-Buchung möglich.
  • Am Tag des Termins erhalten Sie ein Formular zur Gewerbeanmeldung im Ordnungsamt. Den Anmeldebogen geben Sie ausgefüllt und mitsamt aller erforderlichen Unterlagen wieder ab.
  • Und das war es auch schon: Sie erhalten eine offizielle Kopie mit dem Stempel der Behörde für Ihre Unterlagen. Sie halten die offizielle Erlaubnis, Ihr Geschäft zu eröffnen, in den Händen.

 

Ihr Gewerbeschein ist bis zur Ab- oder Ummeldung Ihres Geschäfts dauerhaft gültig und muss nicht verlängert werden.

Tipp: Den Anmeldebogen können Sie auch schon vor dem Termin ausfüllen, um Zeit zu sparen. Laden sich dazu die offizielle Vorlage zur Gewerbeanmeldung herunter, drucken Sie diese ausgefüllt aus und nehmen Sie den Ausdruck mit zum Termin.

 

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Gewerbe anmelden – auch online möglich!

Berliner Gründer haben es bei der Gewerbeanmeldung im Einzelhandel besonders einfach. Wer sich den Gang zum Ordnungsamt und die Wartezeit sparen möchte, hat die Möglichkeit, sein Geschäft einfach über ein Online-Verfahren anzumelden.

 

Infos zu den Angaben bei der Gewerbeanmeldung im Einzelhandel

Bei der Gewerbeanmeldung im Einzelhandel machen Sie diverse Angaben. Dazu zählen unter anderem Angaben zu Ihrer Person wie Name, Geburtsdatum, Anschrift und Kontaktdaten. Darüber hinaus werden Daten zu Ihrem Betrieb abgefragt, etwa die künftige Adresse, die Art des Gewerbes und Kontaktmöglichkeiten. Falls Sie Ihren Laden mit einem oder mehreren Geschäftspartnern eröffnen möchten, muss jeder geschäftsführende Gesellschafter ein eigenes Anmeldeformular ausfüllen. Bei der Gründung einer offenen Handelsgesellschaft (OHG), GmbH oder Unternehmergesellschaft (UG) ist zudem die Angabe des Handelsregistereintrags erforderlich.

Lesetipp: Erfahren Sie mehr über die Gründungsmöglichkeiten im Einzelhandel in unserem Beitrag „Laden eröffnen – welche Rechtsform ist die richtige?“.

 

Erforderliche Unterlagen: Welche Dokumente sind einzureichen?

Neben dem Anmeldebogen müssen Sie bei der Gewerbeanmeldung im Einzelhandel einige Dokumente vorlegen. Zu den erforderlichen Unterlagen gehören:

  • ein gültiger Personalausweis
  • ein Handelsregisterauszug (falls erforderlich)
  • Zustimmungserklärung der Gesellschafter (falls erforderlich)
  • Angabe der Vertretungsberechtigten auf einem Beiblatt (falls vorhanden)
  • Aufenthaltsgenehmigung inklusive Bestätigung zur Erlaubnis für die Ausübung einer gewerblichen Tätigkeit (für Gründer mit nicht-deutscher Staatsbürgerschaft)

 

Gewerbeanmeldung: Kosten berücksichtigen

Bei der Gewerbeanmeldung im Einzelhandel fällt eine geringe Gebühr an. Wie hoch diese ausfällt, unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland. In Berlin gilt:

 

  • 26 Euro (je Einzel-Gewerbe/je Gesellschafter einer Personengesellschaft)
  • 31 Euro (für die Gewerbeanmeldung einer juristischen Person mit einem gesetzlichen Vertreter, zzgl. 13 Euro für jeden weiteren Vertreter)
  • Besonders günstig ist übrigens das Online-Anmeldeverfahren. Wer sein Gewerbe online anmeldet, zahlt nur 15 Euro.

 

Sonderfall: Gewerbe rückwirkend anmelden

Sie haben Ihr Geschäft bereits eröffnet, jedoch versäumt, es anzumelden oder wussten nicht, dass dies nötig ist? Kein Problem: In den meisten Fällen zeigen sich die zuständigen Stellen kulant. Sie dürfen Ihre Tätigkeit im Einzelhandel rückwirkend anmelden. Dazu führen Sie das herkömmliche Anmeldeverfahren durch und geben den tatsächlichen Beginn Ihrer Tätigkeit wahrheitsgemäß an. In Berlin ist dies in der Regel bis vier Wochen nach Betriebsbeginn möglich – liegt die Aufnahme der gewerblichen Tätigkeit noch länger zurück, wird allerdings ein Bußgeld von bis zu 1.000 Euro fällig.

 

Gewerbeummeldung und Gewerbeabmeldung

Sie müssen künftig jede Änderung, die Ihr Gewerbe betrifft, bei der zuständigen Stelle anzeigen. Unter anderem sind Sie rechtlich auch dazu verpflichtet, die Um- oder Abmeldung Ihres Geschäfts zu melden. Auch dies lässt sich im persönlichen Termin oder via Online-Verfahren mit dem Ordnungsamt regeln. Die Gewerbeabmeldung ist in Berlin kostenlos. Eine Gewerbeummeldung kostet im Amt 20 Euro und über das Online-Verfahren 15 Euro.

 

Was nach der Gewerbeanmeldung geschieht

Sobald Sie Ihr Gewerbe erfolgreich angemeldet haben, sendet das Ordnungsamt Ihre Daten an weitere Stellen. Dazu zählt unter anderem das Finanzamt. Dieses sendet Ihnen nach einigen Tagen per Post einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung zu. Füllen Sie das Dokument sorgfältig aus und senden Sie es an das Finanzamt zurück. Daraufhin erhalten Sie Ihre Steuernummer, die Sie benötigen, um Rechnungen zu schreiben.

Tipp: Die Abwicklung mit dem Finanzamt lässt sich ebenfalls beschleunigen. Füllen Sie den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung einfach vorab aus und senden Sie diesen direkt nach der Gewerbeanmeldung im Einzelhandel an das Finanzamt. Die schnelle Anmeldung ist ebenso online über das ELSTER-Portal möglich. 

Mit Ihrer Gewerbeanmeldung im Einzelhandel werden Sie außerdem Mitglied in der örtlichen Industrie- und Handelskammer (IHK). Die IHK-Mitgliedschaft ist verpflichtend und mit regelmäßigen Beitragszahlungen verbunden ist. Wie hoch diese ausfallen, hängt von Ihrem Jahresumsatz und der Rechtsform Ihres Geschäfts ab. Im Gegenzug erhalten Sie als Mitglied Zugang zu den kostenfreien Informationsangeboten und Gründerseminaren der Kammer.

 

Fazit: Gründung im Einzelhandel leicht gemacht

Insbesondere die Gründungsphase erfordert einiges an Papierkram und Aufmerksamkeit. Aber keine Sorge: Gehen Sie einfach die nötigen Schritte durch, ist die Gewerbeanmeldung im Nu geschafft. Und dann können Sie sich in Ruhe Ihrer Ladenausstattung widmen. Dazu gehört unter anderem die Wahl eines Kassensystems. Lassen Sie sich dazu gerne von Ihrem persönlichen Ansprechpartner bei der Berliner Sparkasse beraten.

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