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Erfolgreich als Florist: Wie Sie Ihr eigenes Blumengeschäft eröffnen

Mit Leidenschaft, Ideen und Strategie zum Erfolg: Um sich als Florist selbstständig zu machen und ein Blumengeschäft zu eröffnen, braucht es einen durchdachten Businessplan.

Unser Ratgeber informiert Sie Schritt für Schritt, wie Sie den Traum vom eigenen Blumenladen verwirklichen.

 

1. Welche Voraussetzungen gibt es, um sich selbstständig als Florist zu machen?

Wer einen Blumenladen eröffnen möchte, sollte sich in der finanziellen Materie ebenso gut auskennen wie in der blühenden. Sie sollten daher über eine einschlägige Ausbildung und idealerweise erste Berufserfahrung verfügen. Es gibt drei staatlich anerkannte Ausbildungen und Weiterbildungen, die das relevante Fachwissen vermitteln:

 

  • Geprüfter Florist (Meisterprüfung)
  • Gestalter für Blumenkunst (Fortbildung)
  • Wirtschafter im Bereich Floristik (Weiterbildung)

 

Floristik-Fachwissen ist nicht alles, um als Unternehmer Erfolg zu haben. Sie benötigen ebenfalls Hintergrundwissen zur Geschäftsführung: Von der Finanzplanung über die Buchhaltung bis hin zu Steuern und Rechtsformen reichen die Inhalte, die Sie etwa in Existenzgründungsseminaren erlernen können.

In Berlin und Brandenburg finden sich dafür zahlreiche Angebote. So bieten viele Berliner Bezirke eigene Beratungsangebote zur Wirtschaftsförderung. Die ansässige Industrie- und Handelskammer (IHK) organisiert Seminare für Gründer und auch Ihre Sparkasse berät Sie auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Besonders spannend ist auch der Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg. Ob Businessplan oder Canvas-Modell – Gründer erhalten wertvolle Unterstützung bei der Erstellung ihres Geschäftskonzepts und können kostenfreie Angebote wie Seminare, Workshops, und Beratungen zu gründungsrelevanten Themen nutzen. Den besten Konzepten winken insgesamt 50.000 Euro Preisgeld.

Um ein Blumengeschäft zu gründen, müssen Sie darüber hinaus Ihr Gewerbe anmelden und vom Finanzamt eine Steuernummer erhalten. Im weiteren Sinne zur Gewerbeanmeldung gehört auch die Mitgliedschaft in der lokalen IHK und der zuständigen Berufsgenossenschaft.

 

2. So erstellen Sie einen Businessplan für Ihren Blumenladen

Das Herzstück einer jeden Geschäftsgründung ist der Businessplan. Er hat zwei Funktionen. Erstens verschaffen Sie selbst sich einen Überblick über den Markt und den Wettbewerb, definieren eine Unternehmensform und planen die Finanzen. Welche Ausgaben kommen auf Sie zu, wenn Sie ein Blumengeschäft eröffnen? Mit welchen Einnahmen und welchen Fixkosten ist zu rechnen? Unter welchen Bedingungen ist das Geschäft rentabel? Wie hoch müssen die Rücklagen in den – immer holprigen – ersten Jahren der Betriebstätigkeit sein? Wie hoch ist das Risiko und wie wollen Sie dieses reduzieren?

Zweitens dient ein Businessplan dazu, potenzielle Geldgeber von Ihrer Idee zu überzeugen: Sie legen ihn bei Ihrer Bank oder Sparkasse vor, wenn Sie einen Startkredit für die Selbstständigkeit beantragen. Anhand des Businessplans bewertet Ihre Sparkasse die Solidität Ihrer Finanzplanung und steht beratend an Ihrer Seite.

 

3. Rechtsform wählen und Standort finden

Mit dem Businessplan haben Sie sich einen ersten Überblick über die Marktsituation, den lokalen Wettbewerb und die zu erwartenden Fixkosten verschafft. Im Folgenden wählen Sie eine geeignete Rechtsform und recherchieren lukrative Standorte, an denen Sie Ihr Blumengeschäft erfolgreich eröffnen könnten.

Beginnen wir mit der Rechtsform: Welche Sie wählen, hängt von Ihrer Gründungssituation und dem geplanten Geschäftsmodell ab. Blumenhandlungen werden in der Regel als Einzelunternehmen, als GbR, als haftungsbeschränkte UG oder als GmbH gegründet. Die Rechtsformen haben auch steuerliche Vor- und Nachteile. Aufgrund der Komplexität der Materie ist es empfehlenswert, sich bei einem Existenzgründungsseminar über die Unterschiede zwischen den Rechtsformen zu informieren.

Die Standortfrage hängt von zahlreichen Faktoren ab:

  • Welche Besonderheiten wünschen Sie für Ihren Blumenladen? Gründen Sie ein klassisches Blumengeschäft oder eine Fachhandlung für seltene Pflanzen?
  • Welche Zielgruppe hat Ihr Unternehmen? Ein Standort in Nähe eines Friedhofs oder eines Bestattungsunternehmens bringt andere Kundschaft mit sich als eine Orchideenfachhandlung in Charlottenburg oder im Kollwitzkiez.
  • Welche Miete können und wollen Sie zahlen?
  • Welche Mietobjekte stehen zur Auswahl?

Sowohl die Standortentscheidung als auch die Rechtsform haben Einfluss auf den Businessplan: Passen Sie diesen auf Grundlage Ihrer Recherchen und Entscheidungen an.

 

4. Das richtige Sortiment für den Standort

Damit Ihr Geschäft wächst und blüht, müssen Sie das Sortiment an Standort und Zielgruppe anpassen. In Grundzügen sollten Sie die Sortimentsplanung bereits durchführen, bevor Sie Ihr Blumengeschäft eröffnen. Die Basis des Warensortiments ist von Blumenladen zu Blumenladen recht ähnlich: Sträuße, Gestecke und Topfpflanzen sind Standard. Umso besser eignen sich die Details Ihres Angebots dazu, Ihrem Blumenladen eine eigene Note zu geben. Die Möglichkeiten dazu sind vielfältig. So können Sie sich beispielsweise auf einheimische oder auf tropische Pflanzen spezialisieren, ein großes Sukkulentensortiment anbieten, nur Fairtrade-Pflanzen vertreiben oder bei der Gestaltung von Gestecken besondere Kreativität zeigen.

An die Ausrichtung des Pflanzensortiments können Sie weitere Angebote anbinden, beispielsweise ausgewählte Dekoartikel, Glückwunschkarten oder Übertöpfe, aber auch Fachbücher, Spezialdünger oder Geschenkartikel.

 

5. Selbstständig mit rosigen Aussichten: So geht Gründungsfinanzierung

Der Start in die Selbstständigkeit als Florist braucht Kapital: Sie müssen die Ladeneinrichtung und ein Startsortiment erwerben. Hinzu kommen die Kosten für Miete, eventuelles Personal und Werbemaßnahmen. Glücklicherweise gibt es in Deutschland verschiedene Förderinstrumente, die den Start erleichtern. So bietet die Bundesagentur für Arbeit einen Gründungszuschuss für Personen, die Arbeitslosengeld I beziehen und den Sprung in die Selbstständigkeit wagen wollen. Ebenfalls relevant sind die Existenzgründerkredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die Sie über Ihre Berliner Sparkasse und viele andere Banken beantragen können. Sie erhalten zudem eine kompetente Beratung zu den verschiedenen KfW-Kreditprogrammen.

Auch über die KfW-Förderprogramme hinaus ist Ihre Berliner Sparkasse der Partner an Ihrer Seite: Unsere Berater unterstützen Sie bei der Finanzplanung, der Beantragung von Fördermitteln und Gründungsfinanzierungen.

 

6. Marketing: Kundenakquise als selbstständiger Florist

Statistisch gesehen sind die ersten fünf Jahre nach der Unternehmensgründung die schwersten: Die Fixkosten fressen die finanziellen Rücklagen, während Sie noch dabei sind, einen Kundenstamm aufzubauen. Für den mittel- und langfristigen Erfolg Ihres Blumengeschäfts ist es darum unverzichtbar, frühzeitig über Strategien zur Kundenakquise und zum Marketing nachzudenken. Das beginnt bei der einladenden Werbung direkt vor dem Ladenlokal, geht weiter über ein ansprechend gestaltetes Schaufenster und endet noch lange nicht bei der eigenen Webseite und eigenen Social-Media-Accounts. Ihr Ladenlokal sollte zudem über die verschiedenen lokalen Bewertungs- und Orientierungsseiten auffindbar sein: Einträge bei Google Maps, Yelp oder Tripadvisor lotsen potenzielle Kunden in Ihr Blumengeschäft – und eröffnen die Möglichkeit, neue Stammkunden zu gewinnen.

 

Fazit:

Um sich als Florist erfolgreich selbstständig zu machen, braucht es Leidenschaft, Ideen und Fachwissen. Bereits vor Eröffnung des Ladens sollten Sie das nötige Business-Know-how erwerben, die Marktsituation analysieren, ein Geschäftskonzept erarbeiten und mögliche Standorte recherchieren. Ein durchdachter Businessplan hilft Ihnen dabei. Mit Beratung und Finanzierungsangeboten steht die Berliner Sparkasse an Ihrer Seite.

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