Wie Sie den besten Standort finden

Parkplätze vor der Tür oder lieber Fußgängerzone?

 

1.Finden Sie heraus, wo Ihre Kunden sind

Das Einzugsgebiet entscheidet mit über den Erfolg Ihres Geschäfts: Wohnen in Ihrem zukünftigen Umfeld kaufkräftige Familien? Oder soll Ihr Laden eher in einem alternativen Kiez beheimatet sein? Und: Wie viele Menschen brauchen Sie überhaupt in Ihrem Einzugsgebiet, um bestehen zu können? Die Antworten auf diese Fragen bilden die Basis in der Standortanalyse für Einzelhändler.

Entscheidend ist, dass Ihr künftiges Einzugsgebiet zu Ihrem Unternehmen passt. Als Kioskbesitzer haben Sie andere Ansprüche als ein Feinkostgeschäft. Spätis laufen beispielsweise dort sehr gut, wo Passanten häufig spontan einkaufen und das Nachtleben pulsiert. Das ist in Berlin vor allem in den Bezirken, in denen viele junge Leute leben und wo viele Clubs sind. Als Leiter eines Feinkostladens würden Sie vermutlich eher in einen der reicheren Stadtteile oder ins Zentrum wählen, wo täglich Leute shoppen gehen.

 

2.Machen Sie einen Kompromiss zwischen guter Lage und bezahlbarer Miete

Haben Sie genau analysiert, wo sich Ihre Zielgruppe aufhält? Dann kommt das nächste Entscheidungskriterium: die Infrastruktur. Die meisten Teile Berlins sind zwar gut erreichbar und auch an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen. Doch selbst in den Kiezen gibt es Unterschiede bei der Lage. Wenn Sie eine Gewerbeimmobilie mieten wollen, unterscheiden die Vermietungsgesellschaften nach 1A-, 2A-, 1B- und 2B-Lagen. 1A bezeichnet eine Geschäftslage im Zentrum einer Stadt mit der höchsten Passantenfrequenz – beispielsweise am Ku’damm oder in der Friedrichstraße. Dementsprechend sind die Mieten in den 1A-Gebieten am höchsten.

B-Lagen grenzen in der Regel an A-Lagen an. Gemeint sind oft Nebenstraßen. Dadurch sind dort weniger Bummler unterwegs. Als Einzelhändler können Sie in einer B-Lage bis zu 50 Prozent der Mietkosten sparen. Für einen Feinkostladen bietet sich bei der Standortwahl eine B-Lage an, da er auf diese Weise Anschluss an die Passantenströme der großen Einkaufsstraßen hat, ohne aber die ganz hohe Miete zu zahlen. Der Kiosk kann sogar überleben, wenn er noch weiter vom Zentrum entfernt ist. Für ihn bietet sich die Lage in einem Wohnviertel an.

Wenn Sie herausfinden wollen, wie viele Passanten täglich an Ihrem Geschäft vorbeikommen, zählen Sie einfach selbst an verschiedenen Wochentagen für ein bis zwei Stunden nach. Bei einer etwas schlechteren Lage können Sie unter Umständen Hinweisschilder auf der Hauptstraße aufstellen.

 

3.Suchen Sie die Nähe zu Ihren Konkurrenten – aber nur ein bisschen

Ihre Wettbewerber werden dem Wegweiser sicherlich nicht ohne Weiteres zustimmen. Deshalb sollten Sie genau prüfen, ob Sie Konkurrenz in Ihrer näheren Umgebung befürchten müssen. Es ist wenig sinnvoll, einen Feinkostladen direkt neben dem anderen zu eröffnen. Aber auch ein normaler Supermarkt steht in Konkurrenz zu Ihnen. Denn nicht jeder Berliner greift zum teuren Kobe-Rind, wenn direkt nebenan eine günstige Alternative wartet.

Andererseits belebt Konkurrenz ja bekanntlich das Geschäft. So verhält es sich auch hier: Andere Geschäfte mit der gleichen Zielgruppe wie Ihre tragen dazu bei, dass mehr für Sie relevante Passanten an Ihrem Geschäft vorbeikommen. Ein wettbewerbsarmes Umfeld ist bei der Standortanalyse also nicht zwingend empfehlenswert. Selbst der Supermarkt in der Nähe kann Vorteile für Sie bringen. Wenn die Einkäufer ihre Grundversorgung dort decken, finden Sie bei Ihnen noch die besonderen Extras fürs Sonntagsessen, ohne einen Umweg machen zu müssen.

 

4.Wählen Sie Räumlichkeiten, die zu Ihren Ansprüchen passen

Haben Sie die passende Gegend für Ihren Laden gefunden, fehlt Ihnen nur noch eines: das Haus, in dem Sie sich niederlassen. Egal ob Kiosk oder Feinkostgeschäft, Sie sollten auf jeden Fall nach einer Gewerbefläche im Erdgeschoss suchen. Das macht Ihren Laden für Passanten besser einsehbar, senkt die Hürde, um einzutreten, und gibt Ihnen die Möglichkeit, das Schaufenster in Szene zu setzen.

Bei der Wahl der Räumlichkeiten spielt natürlich auch die Quadratmeterzahl eine wichtige Rolle. Wie viel Platz brauchen Sie, um Ihre Produkte zu präsentieren und Kunden zu bedienen? Gibt es ausreichend Lagerfläche? Wie sieht es mit Kühlmöglichkeiten aus, beispielsweise um Fleisch aufzubewahren?

Aber auch der allgemeine Zustand des Gebäudes ist interessant. Eine gepflegte Fassade wirkt einladender als eine Häuserwand, von der die Farbe abblättert. Und falls Sie planen, sich weiter außerhalb niederzulassen, sollten Sie auch prüfen, ob Sie Ihren Kunden Parkplätze vor dem Geschäft anbieten können.

 

5.Stellen Sie Ihre Kosten den Einnahmen gegenüber – und bleiben Sie realistisch

Vermutlich werden Sie mehrere Gewerbeflächen besichtigen, bevor Sie Ihre Standortplanung abschließen. Zu guter Letzt rechnen Sie also die Kosten der einzelnen Objekte durch.

Der größte Kostenfaktor ist in den meisten Fällen die Miete. Aber auch andere Aspekte sollten Sie beachten: Müssen Sie erst mal renovieren, bevor Sie einziehen? Gibt es andere Investitionen, die Sie an einem der Standorte aussparen können? Wie hoch sind die Nebenkosten? 

Zur abschließenden Standortwahl empfiehlt es sich, die Vor- und Nachteile sowie die Kosten der verschiedenen Immobilien aufzulisten und alle Aspekte zu gewichten. Beziehen Sie auch die zu erwartenden Einnahmen mit in Ihre Rechnung ein. Diese können von Ort zu Ort schwanken.

Ihr Sparkassenberater unterstützt Sie gerne bei der Planung und Finanzierung Ihres Vorhabens.

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