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Onlineshop gründen: Die Chancen und Risiken des E-Commerce

Die Gründung eines Onlineshops ist für viele Ladenbesitzer verlockend. Die Risiken sollte man vorher aber genau kennen. Der Online-Handel in Deutschland boomt seit Jahren: Seit 1999 ist der Umsatz jedes Jahr massiv gestiegen. 2016 lag er Schätzungen zufolge bei 44 Milliarden Euro und damit mehr als 10 Prozent über dem Vorjahreswert. Ein Abflachen des Wachstums ist nicht zu erwarten. Durch die weiter zunehmende Nutzung des Internets auf Smartphones könnte der E-Commerce eher noch schneller wachsen als zuvor.

Wer ein Ladengeschäft betreibt, kommt oft früher oder später auf die Idee, einen Onlineshop zu gründen und seine Produkte auch im Internet zu verkaufen. Die Aussicht wirkt verlockend, doch manch einer unterschätzt, was das alles mit sich bringt. Eine neue Kundenstruktur und neue Marketing-Ansätze sind nur einige Ergänzungen im Businessplan, die vorgenommen werden müssen. Ein Blick über die wichtigsten Chancen und Risiken von Onlineshops hilft dabei, sich ein klares Bild zu verschaffen, bevor man sich für oder gegen eine Gründung entscheidet.


1. Chance: Neue Kunden gewinnen und mehr Umsatz generieren

Ein lokaler Shop hat begrenzte Öffnungszeiten und ist nur für potentielle Kunden in Ihrer Umgebung erreichbar. Gründen Sie hingegen einen Onlineshop, ist dieser für jeden Menschen mit Internet-Zugang weltweit und rund um die Uhr erreichbar. Das bietet Ihnen wiederum die Möglichkeit, mit Ihren Produkten viele neue Kunden in Ihren Shop zu locken, die dauerhaft für sich zu gewinnen und so Ihren Umsatz zu steigern.


2. Chance: Rationalisierungseffekte

Durch das Gründen eines Onlineshops können Sie Rationalisierungseffekte erzielen. Zum einen dadurch, dass Sie einen höheren Warenumsatz erreichen und so günstiger einkaufen können – das kann Ihre Marge steigern. Nehmen Sie Dienstleistungen in Anspruch, können Sie mit Ihren Auftragnehmern bessere Konditionen verhandeln. Grund: Wenn Sie durch einen größeren Bedarf mehr Leistung in Anspruch nehmen, sinken die Kosten für Stundensätze bei vielen Anbietern. Das gilt zum Beispiel für Buchhaltung, Steuerberatung oder Agenturdienste. Ein weiterer Aspekt: Leerlaufkosten können durch einen Onlineshop verringert werden, wenn Sie Ihre Ladenmitarbeiter so schulen, dass sie Aufgaben in der Webshop-Betreuung übernehmen können.


3. Chance: Gerade in Nischen ist Wachstum möglich

Besonders für stark spezialisierte Händler bieten Shops im Internet große Wachstumschancen. Je spezieller, desto besser, weil der Wettbewerbsdruck geringer wird. Ein Beispiel: Wer Wein online verkaufen möchte, wird vielen Wettbewerbern gegenüberstehen und es möglicherweise schwer haben, sich schnell im E-Commerce zu behaupten. Wer sich auf südafrikanischen Wein fokussiert, kann es durch diese Spezialisierung des Produktes leichter haben, zu einem gefragten Anbieter bei einer kleineren Zielgruppe zu werden. Zurück geht diese Theorie auf den kanadischen Autor Malcolm Gladwell. Ihm zufolge sei es im Internet ratsam, entgegen gängiger betriebswirtschaftlicher Theorien auf Nischen, statt auf Massenprodukte zu setzen. Bekannt wurde diese „Long Tail“-Theorie durch ein Buch des Journalisten Chris Anderson.

Diesen großen Chancen stehen Risiken eines Onlineshops gegenüber, die Sie kennen sollten. Doch keine Sorge: Wer sich ihnen bewusst stellt, wird die meisten schnell in den Griff bekommen.


1. Risiko: Kosten

Ein Onlineshop muss initial aufgesetzt werden. Er erfordert permanenten Betreuungs- und Pflegeaufwand. Der Versand und das Retourenmanagement der Produkte müssen organisiert werden. Auch können größere Lagerkapazitäten nötig werden. Schnell wird also offensichtlich, dass ein Online-Angebot jede Menge Arbeit macht und erst einmal Kosten verursacht. Diese Kosten sollten genau kalkuliert und die Finanzierung vorab geklärt werden.


2. Risiko: Großer Wettbewerb, volle Transparenz

Online liegt die Konkurrenz nur einen Klick vom Shop entfernt, die Preise für beinahe alle Produkte können ganz bequem über Preissuchmaschinen verglichen werden. Das kostet den Kunden deutlich weniger Mühe, als extra ein anderes Geschäft aufsuchen zu müssen. Findet er ein günstigeres Angebot, kehrt der Nutzer Ihrem Webshop einfach den Rücken und ist als Kunde verloren. Diesem großen Wettbewerbsdruck sollten Sie sich bewusst sein, wenn Sie sich auf E-Commerce einlassen.


3. Risiko: Marketing, Businessplan und Co - zusätzliche Kompetenzen, die wichtig sind

SEO-Analysen und Keyword-Recherche, responsives Design und User Experience: Wer einen Onlineshop einrichtet, hat plötzlich mit ganz neuen Begriffen, Problemen und Fragestellungen zu tun. Einen Onlineshop zu gründen, bedeutet also auch, viel Neues zu lernen und sich möglicherweise Hilfe von Experten zu holen. Er kann Ihnen helfen, Ihren Businessplan und das Marketing zu optimieren. Auch das sind Kosten, die Sie vorab einkalkulieren sollten.

Sind Sie bereit für den Sprung in den E-Commerce? Sprechen Sie gern mit Ihrem Sparkassen-Berater, wenn Sie Unterstützung bei der Finanzierung brauchen!