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Trends im Einzelhandel: Auslassen oder aufspringen?

Haben Sie manchmal Geschäftsideen und fragen sich, ob sie es wert sind, ihnen nachzugehen? Schließlich können Sie Kunden gewinnen, wenn Sie auf Trends aufspringen. Andererseits: Entpuppt sich eine Geschäftsidee als Luftnummer, wird es teuer. Wir wägen ab, was dafür- und was dagegen spricht.

Ob vegane Kleidung, Avocado-Sandwiches oder Selbstoptimierung: Trends kommen und gehen. Zu erkennen, welche Geschäftsideen auf dem Markt bestehen können und welche nicht, ist eine Kunst. Selbst großen Unternehmen fällt das schwer. Sie buttern viel Geld ins Marketing, nur um nach einigen Monaten festzustellen: War doch keine so geniale Idee. Damit Sie als Einzelhändler besser abwägen können, ob sich das Risiko lohnt, geben wir Ihnen drei Pro- und drei Contra-Argumente.
 
Pro: Abwechslung lockt neue Kunden an
 
Für Ihre Kunden ist es spannend, wenn Sie ihnen immer wieder neue Ideen präsentieren. Das muss nicht jedes Mal ein komplett neues Konzept sein. Es reicht aus, wenn Sie Ihr Angebot um einige Produkte oder Dienstleistungen erweitern. Ob im Laden oder auf dem Markt: Anfangen können Sie, indem Sie einen saisonalen Bezug herstellen. Bieten Sie als Gastronom im Herbst zum Beispiel Speisen und Getränke mit Kürbis an. So haben Sie auch gleich neue Inhalte, die Sie auf Ihren Social-Media-Kanälen in Szene setzen können.

Auch Geschäfte können erfolgreich Neukunden werben, indem sie auf Trends reagieren. Bestes Beispiel: der „Fidget Spinner“. Kennen Sie das Spielzeug? Es wurde zwar schon 1993 in den USA erfunden, ist aber erst 2017 berühmt geworden. Einzelhändler können es in ihr Sortiment aufnehmen und so Kunden gewinnen.

 

Pro: Je ungewöhnlicher die Geschäftsidee, desto mehr Aufmerksamkeit

Trends können komplette Geschäftsideen beeinflussen. So geschehen 2016 beim „Dandy Diner“ in Neukölln. Zwei ziemlich bekannte Mode-Blogger hatten die Idee, einen veganen Burger-Laden zu eröffnen. Im Angebot: Soja-Burger, Shiitake-Salate und Chia-Puddings. Diese Kombination aus veganen Lebensmitteln, Burgern und angeblichen Superfoods sollte Erfolg bringen. Und tat es anfangs auch: Rund 800 Leute kamen zur Eröffnung im April, verstopften Bürgersteig und Mittelstreifen, bis die Polizei die Veranstaltung auflöste. Das Medieninteresse war riesig.

Ohne Online-Fame ist es zwar etwas schwieriger, auf sich aufmerksam zu machen. Aber je ungewöhnlicher Ihre Idee ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass Sie in die Medien kommen. Vielleicht berichten sogar Zeitungen und die „Abendschau“. Und vergessen Sie nicht das Internet: Seine Relevanz für das Marketing ist stark angestiegen – auch für Einzelhändler. Mit der richtigen Idee erreichen Sie über soziale Netzwerke zahlreiche Menschen, ohne viel Geld für Werbung auszugeben.

Eine ausgefallene Geschäftsidee gefällig? Gestalten Sie Ihr ganzes Lokal im Stil der 20er-Jahre. Glamour, Champagner, Swing-Musik – je authentischer, desto besser. So gewinnen Sie mit Sicherheit neue Kunden. Und Ihr Berater bei der Berliner Sparkasse prüft gern Ihren Businessplan, um über den Kredit für die Umgestaltung des Ladens zu entscheiden.

 

 

Pro: Manche Trends lassen sich nicht umkehren

Ein weiterer Grund, der dafür spricht, Trends aufzugreifen, liegt auf der Hand: Manche Entwicklungen lassen sich einfach nicht umkehren. Dabei reden wir natürlich nicht vom „Fidget Spinner“, sondern von Megatrends, die den Einzelhandel zwangsläufig beeinflussen werden und es teilweise schon heute tun: beispielsweise die Entwicklung zum Online-Shopping, innovative Technologien wie Virtual und Augmented Reality und Veränderungen im Store-Design.

Vor allem die Digitalisierung stellt Einzelhändler vor große Herausforderungen. Gingen Kunden vor 20 Jahren noch zum Einkaufen in den Laden um die Ecke, erledigen sie heute immer mehr Besorgungen über das Internet. Manche bestellen sogar Lebensmittel online. Selbstständige und Unternehmer sollten an dieser Transformation teilhaben, um potenzielle Kunden auch im Web erreichen und neue Zielgruppen ansprechen zu können.

 


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Contra: Auf Trends aufzuspringen, birgt finanzielle Risiken

Viele Trends gehen genauso schnell wie sie gekommen sind. Da hat man sein Konzept gerade auf das neue Ziel ausgerichtet, schon lässt das Interesse der Kunden wieder nach. Ein paar sind zwar gekommen. Das investierte Geld haben sie aber nicht wieder eingebracht. Wozu also überhaupt von der bestehenden Geschäftsidee abweichen und etwas Neues ausprobieren?

Unser Tipp: Nicht jede Änderung bringt Erfolg. Von daher lohnt es sich manchmal abzuwarten, wie sich ein Trend entwickelt und wie der Wettbewerb damit umgeht.

 

 

Contra: Stammkunden können sich unwohl fühlen

Als Sie Ihre ursprüngliche Geschäftsidee entwickelt haben, haben Sie sich etwas dabei gedacht. Vor der Gründung Ihres Unternehmens haben Sie wahrscheinlich einen Businessplan erstellt und Ihre Zielgruppe analysiert. Wenn Sie nun etwas verändern, sind Ihre Stammkunden womöglich nicht glücklich darüber.

Nehmen Sie sich also vor größeren Umstrukturierungen Zeit und stellen Sie sich einige Fragen: Ist mein neuer Weg der richtige, um Kunden zu gewinnen? Wie werden meine Bestandskunden reagieren? Welche weiteren Probleme können auf mich zukommen?

Wenn am Ende Ihrer Überlegungen herauskommt, dass Sie weniger neue Kunden gewinnen als Stammkunden verlieren werden, sollten Sie den Trend, auf dem Ihre neue Geschäftsidee basiert, besser begraben.

 

Contra: Sie sind selbst kein Typ, der sich für Trends begeistert

Machen wir uns nichts vor: Das ganze Gerede über Trends hat keinen Zweck, wenn Sie selbst nichts damit anfangen können. Manche Menschen brauchen immer die angesagtesten Klamotten, den neuesten Technikkram und sprudeln nur so vor Ideen. Aber wenn Sie nicht zu dieser Kategorie gehören – was nicht zwingend schlimm sein muss – ist es vielleicht besser, sich auf sein Kerngeschäft zu konzentrieren. Auch ohne „Fidget Spinner“ oder Avocado-Sandwich im Angebot kann Ihr Laden laufen. Hauptsache, er baut auf einem soliden Geschäftsmodell auf. Bieten Sie dann noch eine freundliche und kompetente Beratung, kommen die Kunden gern.