Wer braucht noch Plastiktüten?

 

Neo-Ökologie ist ein Megatrend. Deshalb stehen auch Läden hoch im Kurs, die umweltfreundliche Verpackungen anbieten. Können Sie das auch?

Plastikmüll ist eines der größten Probleme für unsere Umwelt. Bis zur völligen Zersetzung von Plastik vergehen 350 bis 400 Jahre. Der deutsche Einzelhandel und das Bundesumweltministerium haben beschlossen, zumindest einen kleinen Beitrag zu leisten, um den Plastikmüll zu reduzieren: Kunststofftüten kosten mittlerweile in vielen Läden Geld. Aber für eine Plastiktüte 25 Cent zu verlangen, ist längst nicht alles, was Sie tun können.

Besonders für Supermärkte und Kioske stellt sich die Frage, welche nachhaltigen Verpackungen eine Alternative zur Plastiktüte sind. Kein anderes Gewerbe hat so viele verschiedene Produkte im Angebot, die, unter anderem aus Hygiene- und Haltbarkeitsgründen, geschützt werden müssen. Auch Cafés, Bäckereien und Tankstellen verkaufen Lebensmittel. Klar sein dürfte: Nicht jedes Brötchen muss extra eingeschweißt werden. Aber was ist mit Nudeln, Brot, Fleisch oder Schokolade? Wenn man die Sachen nicht offen kaufen will, dann bitte wenigstens in einer umweltfreundlichen Verpackung. Schließlich hält die ja auch frisch.

 

Umweltfreundliche Verpackungen – welche Materialien gibt es?

In den meisten Fällen gilt: Je schwerer ein Verpackungsmaterial, desto aufwendiger sind Herstellung und Transport. Und damit steigt auch die Umweltbelastung. Papier und Kartonage sind beispielsweise recht nachhaltige Verpackungen: Sie sind leicht, bestehen aus nachwachsenden Rohstoffen und können gut recycelt werden.

Plastik ist ebenfalls leicht. Die meisten Kunststoffverpackungen bestehen nur aus einem Material, weshalb sie gut recycelbar sind. Aber: Kunststoffe herzustellen, kostet viel Energie. Pro Tonne PE-Granulat werden fast zwei Tonnen CO2 freigesetzt. Gleiches gilt für Aluminium – dank einer hohen Recyclingquote zwar an sich ein durchaus umweltfreundliches Verpackungsmaterial, aber die Herstellung von Aluminium ist extrem energieintensiv.

Glasverpackungen sind sehr schwer und verbrauchen viel Energie beim Transport. Andererseits können Glasflaschen gut recycelt und bis zu 50-mal wiederbefüllt werden – deshalb ist Glas unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit eine bessere Wahl als Plastik oder Aluminium.

Ist „Zero Waste“ eine Option?

Wie Sie es auch drehen und wenden – jede Verpackung belastet die Umwelt. Manche mehr, manche weniger. Wenn Sie sich ganz dem Trend der Neo-Ökologie hingeben wollen, verzichten Sie völlig auf Verpackungen. Rund 30 Läden in Deutschland tun das bereits – auch in Berlin.

Als die ersten verpackungsfreien Supermärkte aufmachten, profitierten sie vom großen Medieninteresse. Die mediale Aufmerksamkeit für die Geschäftsidee hat zwar mittlerweile nachgelassen. Aber die Läden bestehen noch – Kundschaft gibt es also.

Die bringt in solche Geschäfte ihre eigenen Verpackungen mit – zum Beispiel verschließbare Dosen und Gläser – und füllt sich die Lebensmittel aus den großen Vorratsbehältern selbst ab. An der Kasse wird nach Gewicht bezahlt.

Wenn Sie Ihren Laden in einem Kiez betreiben, in dem die Bewohner für diese Idee offen sind, bieten Sie doch einfach mal einige Produkte ohne Verpackung an. Laut einer Umfrage des Online-Statistikportals Statista hat übrigens jeder sechste Deutsche seine Einkäufe schon mal in mitgebrachten Dosen und Behältern verstaut. Neun Prozent machen das sogar regelmäßig. Und wenn sich Berlin nicht für solch ein Experiment eignet, welche Stadt dann?

 

Jute statt Plastik

Zugegeben, wenn Sie einen Zero-Waste-Supermarkt eröffnen, gehen Sie ein finanzielles Risiko ein. Einfacher ist es, den Kunden zumindest statt Plastiktüte den guten alten Jutebeutel anzubieten. Warum auch nicht? Baumwolltaschen sind vielleicht ein bisschen teurer in der Herstellung. Aber dafür werfen Kunden sie nicht gleich in den Müll, sondern tragen sie mehrfach – und laufen damit für Sie Werbung. So tun Sie etwas für die Umwelt und profitieren auch noch davon.

In Berlin ist der Jutebeutel ohnehin zum Statussymbol geworden. Manche Läden verlangen 15 Euro dafür. Vielleicht generieren Sie mit einer hippen Tragetasche also sogar Zusatzumsatz.

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