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Diversifikation im Einzelhandel - Galerie Heike Saborowski

Vergolderin, Galeristin, Beraterin: Heike Saborowski hat viele Talente. Und sie setzt sie gewinnbringend ein. Das hilft ihr, als Einzelhändlerin in Berlin zu bestehen.

Annähernd 500 Galerien gibt es in Berlin. Liebhaber finden alles von der Frührenaissance über den Impressionismus bis zu Pop Art. Kein leichtes Pflaster für Selbstständige. „Die Einnahmen schwanken stark“, bestätigt Heike Saborowski. Sie arbeitet seit 2000 in der „Galerie Gesellschaft“ in der Auguststraße in Berlin-Mitte, ist seit fünf Jahren Inhaberin. Schon 1991 hat ihr Vater die Sammlung unter dem Namen Galerie Friedrichstadt eröffnet. Seiner Tradition folgend, stellt Saborowski hauptsächlich Berliner Künstler aus. Werke von Malern und Absolventen der Kunsthochschule Weißensee sind regelmäßig bei ihr zu sehen.

Aber auch Werke von Käthe Kollwitz und Heinrich Zille zum Beispiel. 

 

Die Mischung macht’s

Die meisten Besucher der Galerie sind Stammkunden. „Für sie ist es wichtig, Variation zu bieten“, sagt Saborowski. Ihre Ausstellung wechselt sie deshalb ungefähr alle zwei Monate. Mal hängt sie Arbeiten von nur einem Künstler auf, mal  macht sie Gruppenausstellungen. „So schaffe ich Anreize für Kunden wiederzukommen.“ Zusätzlich verkauft sie bei eBay einige Werke aus dem graphischen Bestand.

Abwechslung ist ihr auch in ihrer Arbeit wichtig. Saborowski leitet nicht nur die Galerie: Sie rahmt auch Bilder, plant Ausstellungen für Museen und Unternehmen und hat seit Kurzem einen Raum für Workshops – das nennt man wohl gelungene Diversifikation im Einzelhandel. „Schon 2016 habe ich Anfragen von Firmen bekommen, die meine Galerie mieten wollten. Die Nachfrage war also schon da, bevor es das Angebot gab“, sagt sie und lacht. Um den Workshopraum anbieten zu können, musste sie aber erst mal umbauen. Gruppen von bis zu acht Teilnehmern können jetzt zu ihr kommen, alle möglichen Utensilien von Klebezetteln über Filzstifte bis hin zu einer bemal- und wieder abwaschbaren Wand finden und dabei den sonst oftmals sterilen Meetingräumen entfliehen. „Die Umgebung beeinflusst den Ablauf und die Ergebnisse eines Workshops“, weiß Saborowski. „Die kreative Atmosphäre in der Galerie schätzen Unternehmen.“

 


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Finanziell auf der sicheren Seite

Sie selbst hält sich bei den Workshops raus. „An den Tagen schließe ich die Galerie und erledige Verwaltungsangelegenheiten oder arbeite in der Werkstatt.“ Hier – in ihrer Werkstatt in Pankow – blüht sie richtig auf. Als Vergolderin hat sie das Handwerk des Einrahmens und Restaurierens von der Pike auf gelernt. „Ich liebe es zu sehen, wie Dinge entstehen.“ Glas schneiden, Holz leimen, Passepartouts ins richtige Format bringen: Die einzelnen Arbeitsschritte gehen ihr einfach von der Hand. „Das Einrahmen und Restaurieren ist eine zuverlässige Einnahmequelle“, sagt Saborowski. „Manchmal kommen auch Unternehmen, die gleich 70 Bilder gerahmt haben wollen. So ein Großauftrag ist natürlich ein dankbares Geschäft, da gewähre ich auch schon mal Rabatt“, sagt sie lachend.

Für die Zukunft sieht sich Saborowski mit diesen drei Standbeinen gut aufgestellt. „Mein Ziel ist es, flexibel zu sein und das zu tun, was mir gefällt. Dass meine Aufgaben so vielfältig sind, macht mir Spaß.“ Dabei kann sie auf einen zuverlässigen Partner an ihrer Seite setzen: Schon von Anfang an ist das Firmenkonto bei der Berliner Sparkasse. „Der Kontakt ist immer unkompliziert, egal ob persönlich oder über die telefonische Betreuung der BusinessLine Business-Hotline“, betont sie. „Und die Berliner Sparkasse war schon 1991 die einzige Bank, die meinem Vater einen Kredit gewähren wollte. Ohne sie wäre ich also heute nicht hier.“