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Einbruchschutz im Einzelhandel

So schützen Sie Ihr Geschäft vor Einbrechern. Einbrüche gehören zu den größten Ärgernissen für Einzelhändler.

Die Zahl der Einbrüche in Deutschland ist weiter sehr hoch. 2016 gab es der Polizeilichen Kriminalstatistik zufolge 151.265 Fälle. Das ist zwar knapp zehn Prozent weniger als 2015, aber dennoch die dritthöchste Zahl in diesem Jahrtausend. Allein in Berlin haben Einbrecher 11.507 mal zu geschlagen. 

Auch Einzelhändler werden oft Opfer von Einbrüchen. Neben Ladendiebstahl gehören sie zu den größten Ärgernissen, denen sich Ladenbesitzer in Bezug auf Kriminalität gegenübersehen. Nicht nur der entstandene Schaden tut weh – auch die Abstimmungen mit Polizei und Versicherung sind zeitraubend und anstrengend. Einzelhändler stehen deshalb vor der Frage, was wirklich hilft, um ihr Geschäft zu schützen. Wie sieht guter Einbruchschutz aus, und was können sie zusätzlich tun, um Einbrechern keine Chance zu lassen? Die wichtigsten Tipps für Ihre Sicherheit im Überblick.

 

Rund um Ihren Laden: Machen Sie es Dieben schwer

 

Um in Ihr Geschäft einbrechen zu können, brauchen Diebe oft Auf- und Einstiegshilfen. Das können zum Beispiel Leitern oder Mülltonnen sein, die Sie unbedacht auf dem Grundstück stehen lassen und durch die Einbrecher an höherliegende Fenster herankommen oder auf ein Vordach steigen können. Deshalb rät die Polizei darauf zu achten, dass alles, was bei einem Einstieg in ein Haus helfen kann, nicht frei zugänglich ist. Ebenso hilfreich ist es, an einem Laden Bewegungsmelder anzubringen. Immer, wenn jemand in der Nähe des Hauses ist, geht dann das Licht an – und nichts mögen Einbrecher weniger.

 

An und in Ihrem Laden: Mechanische Sicherung wichtiger als Alarmanlage

 

Alle Schwachstellen, durch die man in Ihren Laden gelangen kann, sollten Sie so gut es geht mechanisch sichern. Dazu zählen nicht nur Fenster und Türen, sondern auch Lichtkuppeln, Wände und Decken. Die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes rät Gewerbetreibenden zum Beispiel von Wänden in Leichtbauweise ab und empfiehlt Stahlbeton ab 100 Millimeter Dicke. 

Bei Ihren Türen sollten Sie darauf achten, dass sie einbruchhemmend sind. Das bedeutet: Sie müssen mindestens Widerstandsklasse 2 der DIN EN 1627 erfüllen. Diese Widerstandsklassen geben an, wie lange ein Produkt einem Einbruchsversuch standhält. Je höher die Klasse, desto besser der Einbruchschutz. Wenn eine einbruchhemmende Tür aus baulichen oder ästhetischen Gründen nicht in Frage kommt, können einzelne Bestandteile wie Türblätter, Türrahmen, Türbänder, Türschlösser, Beschläge, Schließbleche oder Zusatzsicherungen nachgerüstet werden. Wichtig ist darauf zu achten, dass die Komponenten im Zusammenspiel funktionieren. 

Für Fenster gilt wie für Türen, dass die Polizei zur Widerstandsklasse 2 der DIN EN 1627 oder höher rät. Beim Glas sind Verbundsicherheitsgläser nach DIN EN 356 ab Widerstandsklasse P4A die beste Wahl. Diese Sicherheitsstufe ist auch bei Schaufenstern ausreichend. Um Diebe nicht unnötig anzulocken, sollten gerade Einzelhändler mit wertvollen Waren eine Nachtdekoration mit weniger teuren Stücken wählen.

Wenn Sie Ihre mechanischen Sicherungen verbessert haben, können Sie an Alarmanlagen denken. Allein durch ihre Präsenz vertreiben sie Einbrecher und helfen auch durch laute Außensirenen, Diebe abzuschrecken. Sich ausschließlich auf eine Alarmanlage zu verlassen, reicht jedoch nicht aus. Grund: Anders als die Sicherungsmaßnahmen an Fenstern und Türen können sie einen Einbruch am Ende nicht verhindern.

 


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Es kommt auch auf Sie an: immer abschließen, immer alles gut verriegeln

Ihre Sicherheitsmaßnahmen sind am Ende nur so gut, wie Sie sie umsetzen. Die beste Tür nützt nichts, wenn Sie sie nicht abschließen; das sicherste Fensterglas nichts, wenn Sie das Fenster offen stehen lassen. Deshalb: Auch, wenn Sie Ihr Geschäft nur kurz verlassen, verriegeln Sie Türen und Fenster und lassen nichts offen und einsehbar liegen, was Diebstahl und Einbruch provozieren könnte. Auch Ihre Mitarbeiter sollten all das wissen und beherzigen.

Dazu gilt, dass Sie in regelmäßigen Abständen prüfen sollten, ob Ihre Sicherheitstechnik noch funktionstüchtig und auf dem aktuellen Stand ist. Das müssen Sie nicht allein machen: Die Polizei Berlin berät Sie gern und telefonisch, per E-Mail, in der Beratungsstelle oder bei Ihnen im Geschäft. Dafür können Sie mit etwas Vorlauf über diese Kontaktwege einen persönlichen Termin vereinbaren. Wenn Sie merken, dass Ihr Schutz nicht mehr optimal ist: Handeln Sie gleich und schieben Sie es nicht unnötig auf.